Todeszone im Golf von Mexiko erreicht ungeahnte Ausmaße

27. Juli 2008 11:27

Ein Massensterben von Meerestieren in Bodennähe ist die Folge - Düngemittel sind ein Problem - Wirbelstürme bringen kurzfristige Besserung

Hamburg - Die Todeszone im Golf von Mexiko erreicht in diesem Jahr ungeahnte Ausmaße. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und der Louisiana State University (LSU). Als Todeszone werden Meeresgebiete bezeichnet, in denen der Sauerstoffgehalt des Wassers extrem niedrig ist. In dessen Folge kommt es zu einem Massensterben von Meerestieren in Bodennähe.

Hintergrund

"Die Todeszonen entstehen durch die Einleitung von Stickstoffen oder Phosphaten", erklärte Bernd Maierreimann vom Max-Planck-Institut Hamburg. Die eingeleiteten Nährstoffe sorgen in der Folgezeit für ein starkes Algenwachstum. "Diese werden dann von Bakterien zersetzt und dafür wird viel Sauerstoff benötigt", so Maierreimann weiter. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel in den tieferen Meeresschichten. Vor allem Fische und Wirbeltiere, die auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind, sind die Leidtragenden dieser Entwicklung. Dadurch, dass die Beute für Großfische wie Haie verschwindet, zieht es diese in Küstennähe und höhere Gewässerbereiche. Von daher befürchten die Forscher der LSU auch in diesem Jahr wieder vermehrt Haiangriffe.

Zeitraum

Hatte die Todeszone im Golf von Mexiko in den zurückliegenden Jahren stets eine Größe zwischen 20.000 und 22.000 Quadratkilometern, wird 2008 mit 23.000 Quadratkilometern gerechnet. "Die Todeszone wird aufgrund außergewöhnlicher Wassermengen des Mississippi und Atchafalaya, die beide in den Golf von Mexiko münden, und einem sehr hohen Stickstoffzufluss so groß sein", erläuterte LSU-Wissenschaftler Eugene Turner. Besorgt über die diesjährigen Ausmaße der Hypoxie äußerten sich auch Forscher der Texas A&M University (TAMU). "An einer ganzen Reihe von Punkten haben wir geringe Sauerstoffwerte oder gar den Wert Null gemessen", sagte er. Weil das Meiste aus dem mittleren Westen kommende Wasser aber noch Richtung Golf von Mexiko unterwegs sei, könne die Hypoxie bis September andauern. Zu diesem Zeitpunkt sei sie normalerweise zu Ende, so Steve DiMarco von der TAMU.

Todeszonen auch in anderen Gewässern

Doch nicht nur im Golf von Mexiko ist das Phänomen der Hypoxien zu beobachten. Auch in der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder Teilen der Arabischen See wiederholt sich alljährlich dieser Prozess. "Durch das intensive Düngen in den Spätfrühlingsmonaten gelangen dort überall große Mengen von Düngemittel in die Meere", so Maierreimann. Problematisch werde dies aber erst, wenn es sich wie bei der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder dem Golf von Mexiko um abgeschottete Gewässer handle. "Dort kommt es nur selten zu Durchmischungen der einzelnen Meeresschichten", erklärte Maierreimann. Von daher hoffen die LSU-Wissenschaftler auf eine kurzfristige Besserung der Situation durch die derzeit vor der Mexikanischen Küste tobenden Wirbelstürme. Langfristig, da ist sich Maierreimann sicher, hilft nur eine Verringerung der eingeleiteten Düngemittel. (pte)

Kommentar posten
25 Postings
Fips Stein
28.07.2008 13:52
Michael Holzermayr2
28.07.2008 12:21
Mehr düngen!

Dann geht es Bush´s Farmern besser.

Unternehmer ="Undertaker" (engl.) ="Totengräber"
28.07.2008 09:51
Unsere Politiker posaunen eh' schon die rettende Strategie hinaus: Mehr Unternehmer braucht das Land!

Das wird uns retten.

---
Nicht vergessen:September 2008: Wählt die Wirtschaftspartei!

Michael Holzermayr2
28.07.2008 12:21
Wo haben Sie englisch gelernt?

Bei den Lugners?

Wolf X
28.07.2008 14:15
Wo haben Sie Deutsch gelernt?

SimplyRed
28.07.2008 12:04

Die Wirtschaftspartei, unser Totengräber!

> /dev/null
 
27.07.2008 23:21
aber pfeif drauf

ist doch sowieso alles nur erstunken und erlogen. eine umweltkatastrophe durch den menschen gibt es nicht, alles nur eine dumme verschwoerung.

weiter so, denn wir sind die kroenung der schoepfung.

muahahahahahahahahaha

An Derl
27.07.2008 16:12
kann mir bitte jemand erklaeren

warum das problem im mittelmeer nicht auftritt? ist ja auch ein abgeschottetes gewaesser

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
28.07.2008 16:24

Wurde im ORF schon 1990 populärwissenschaftlich abgehandelt ("Die Gärten des Poseidon") und es laufen noch immer entsprechende Projekte über die Meeresbiologie in Wien.

X Y
28.07.2008 14:35
Tritt in der Adria rgelmäßig auf

Wurde schon seit Jahrzehnten vom Department für Meeresbiologie dokumentiert. Gehen Sie mal ans Biozentrum in der Althanstrasse, dort sollte noch eine Ausstellung sein.
Der Po ist tatsächlich die Kloake Italiens. Die relativ flache Adria reagiert daraufhin mit Algenmassen, die ja auch den Bedenden von Bibione bis Lignano bekannt sein sollten. Die Stadt Venedig denkt bekanntlich an schwimmende Algenschutzbarrieren. Hat es "früher" auch schon gegeben, aufgrund der Physiogeographie der Adria, aber bei weitem nicht so häufig. Ein Gutteil der Lebewelt der Nordadria stirbt regelmäßig ab, wie gesagt das ist gut dokumentiert.
Die Todeszone in LA und TX ist eine hausgemachte Katastrophe, die durch die Flut des MS-Rivers noch verschärft wurde.

Fips Stein
28.07.2008 13:51
Kommt imMittelmeer

auch vor, v.a. in der nordadria!
hier ein link dazu :
http://www.marine-hypoxia.com/joomla/co... iew/16/33/

mfg

Enrico Furioso
28.07.2008 12:44
es tritt im Mittelmeer auch auf

siehe hier: http://diepresse.com/home/tech... elChannel=

Ryan
28.07.2008 09:49
noch ne Theorie

Salzgehalt im Mittelmeer ist deutlich höher als im Atlantik, daher findet in der Strasse von Gibraltar reger Austausch statt (unten salzhaltiges Wasser gen Atlantik, oben weniger salzhaltiges ins Mittelmeer).

Vielleicht sorgt das für die notwendige Durchmischung der Wasserschichten.

na zenme ban?
28.07.2008 02:21

weil kaum grosse flüsse ins mittelmeer münden?

Para Dox
28.07.2008 00:55
Ich kann auch nur vermuten:

1. Weil es tiefer ist. In der Adria (weniger tief) gab/gibt es tw. ebenfalls ziemliche Probleme. In manchen Jahren konnte an manchen ital. Stränden wegen des Algenwachstums nicht gebadet werden. Streckenweise galt/gilt die Adria (besonders im ital. Norden) als tot.

2. Möglicherweise sind die großen Zuflüsse (z.B. Nil) weniger Nitrat belastet. Die großen Mitteleurop. Flüsse münden ja nicht ins Mittelmeer (zumindest fällt mir keiner ein).

jake & elwood
28.07.2008 09:58

Donau?, Po?

Irene Hager
28.07.2008 10:11
Zumindest die Donau

flißt nicht in das Mittelmeer sondern in das Schwarze Meer. In ihrem Mündungsbereich git es auch Probleme mit Eutophierung

jake & elwood
28.07.2008 16:50

Das ist natuerlich richtig. Ich wollte nur der Behauptung entgegentreten, das Mittelmeer waere eine Art stehendes gewaesser.

Redwraithvienna
28.07.2008 00:35
Das Mittelmeer ist ein sehr tiefes Meer,

wärhend der golf von mexiko eher flach ist wenn ich mich nicht ganz irre. Ich nehm mal an das, dass durchaus etwas damit zu tun hat.

Kann aber sein das ich mich irre und das mittelmeer genauso betroffen ist wie der Golf.

na zenme ban?
28.07.2008 00:31

ich vermute es wird in einem gewissen masse auch im mittelmeer auftreten (rhone und po delta), aber die meisten grossen flüsse europas fliessen nicht ins mittelmeer sondern entweder gen norden, in den atlantik oder ins schwarze meer. nachdem der atlantik in europa nirgends geschlossen ist, sondern eher gemischt wird (golfstrom), wird dort der effekt nicht so gross sein, auch die nordsee wird wahrscheinlich einiges an frischem wasser aus dem norden bzw über den ärmelkanal bekommen, weswegen also die ostsee und das schwarze meer (die beide wirklich eher wenig frisches meerwasser bekommen) in diesem artikel auch erwähnt werden aber andere europäische meere nicht.
das ist jetzt nur meine vermutung basierend auf die europäische geografie...

Grünes Gewissen
27.07.2008 19:11

wer sagt das es nicht auftritt?......

bad user
28.07.2008 05:33
Das Mittelmeer hat nur einen großen Zufluß,

nämlich die Meerende von Gibraltar. Dort merkt man auch, dass der schwimmende Dreck immer schön ins Mittelmeer treibt.
Das das Mittelmeer nicht übergeht, haben wir der Verdunstung zu verdanken.

Alexander Forst-Rakoczy
28.07.2008 10:03

Dass das Mittelmeer nicht übergeht, haben wir der Physik zu verdanken.

Wasser "will" in verbundenen Gefäßen immer die gleiche Höhe erreichen. Das Mittelmeer könnte nur dann übergehen, wenn auch der Atlantik und das schwarze Meer einen höheren Wasserspiegel hätten.

larkmiller
29.07.2008 03:58

Das waere aber auch endlich, es sei denn , jemand zieht den Stoepsel.

An Derl
28.07.2008 00:37
annahme

da es im artikel nicht erwaehnt wird

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