Brückner soll Österreich zur WM führen

25. Juli 2008 13:14

Der 68-jährige Tscheche übernimmt das Trainer­amt im ÖFB. Den Hickers­berger-Nachfolger er­wartet eine schwere Aufgabe

Wien - Der ÖFB setzt in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika auf Erfahrung. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler gab am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt, dass Karel Brückner der neue Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft wird. Der 68-jährige Tscheche, der zuletzt das Nationalteam seiner Heimat betreut hat, erhält einen ab 1. August laufenden Vertrag für die Dauer der Qualifikation (bis Herbst 2009), der sich automatisch bis zur Endrunde verlängert, sollte das ÖFB-Team das Ticket für Südafrika 2010 lösen. Brückner wird am kommenden Montag (12.30 Uhr) in einer Pressekonferenz seine Vorstellungen präsentieren.

Brückner als Überraschung

Ziemlich genau einen Monat hat die Suche nach einem Nachfolger von Josef Hickersberger, der am 23. Juni überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, gedauert. Viele Namen waren im Spiel und wurden schon als sicherer Tipp gehandelt, Brückner war allerdings nie darunter. Immerhin hatte er im März das Ende seiner Tätigkeit für das tschechische Team damit begründet, dass 34 Jahre im Trainergeschäft genug sind. Nun hängt er zumindest noch zwei Jahre an, sehr zur Freude von Stickler, der am Freitagvormittag auch die "einhellige" Unterstützung der Bundesliga und der Landespräsidenten erhalten hatte.

"Ich darf ihnen bekannt geben, dass der neue österreichische Teamchef Karel Brückner heißt. Ich bin froh, dass es gelungen ist, Karel Bückner zu verpflichten. Er ist ein Mann, der nicht nur sein Wissen und seine Taktik in großen Turnieren nachdrücklich unter Beweis gestellt hat, sondern große Erfahrung und Fingerspitzengefühl mit jungen Spielern mehrmals bewiesen hat. Das ist die Garantie, dass der Weg, den wir in letzten Jahren gegangen sind mit dem Umbau und der Verjüngung, weiter gegangen wird", begründete Stickler seine Entscheidung.

"Nicht gegen Herzog"

Internationale Erfahrung und Erfolge (Qualifikation für die EM 2004 und 2008 sowie für die WM 2006 mit Tschechien) hätten für den 68-Jährigen gesprochen und gegen einen heimischen Teamchef, betonte der ÖFB-Boss. Vor allem Hickersberger-Assistent Andreas Herzog galt als Kandidat, der ÖFB-Rekordinternationale soll dem Trainerstab um Brückner aber weiter angehören, hofft Stickler. "Es hat natürlich auch Überlegungen in Richtung interne Lösung gegeben, also mit Andreas Herzog eine Lösung zu suchen", so Stickler. "Wir haben uns für Bückner entschieden und nicht gegen Herzog. Wenn man die Möglichkeit hat, einen Mann mit diesen Erfolgen zu kriegen, dann muss man den nehmen. Brückner hat großes Interesse bekundet, mit Herzog zusammenzuarbeiten. Ich hoffe, er bleibt, die Tür für Herzog steht ganz weit offen. Ich glaube, dass er von der Erfahrung eines Karel Brückner profitieren kann."

In den kommenden Tagen wird es daher auch ein Gespräch zwischen Brückner, der gut Deutsch spricht, und Herzog geben. Zumindest in den ersten drei Partien wird Herzog dem Team auf jeden Fall noch zur Verfügung stehen, erklärte Stickler nach einem Gespräch mit dem 39-Jährigen. Immerhin steht am 20. August in Nizza gegen Weltmeister Italien das einzige Testspiel auf dem Programm, ehe es am 6. September in Wien gegen Vizeweltmeister Frankreich und vier Tage später in Litauen mit der WM-Qualifikation los geht.

"Keine Fernbetreuung"

Nicht viel Zeit für den neuen Teamchef, sich ein Bild von seinen Teamkandidaten zu machen. Herzog und der bisherige Betreuerstab werden Brückner, der sich in den kommenden Tagen sein Trainerteam sucht, unterstützen. Zudem hätte sich Brückner schon alleine aus geographischer Nähe und als Gegner in einer der jüngsten Qualifikationen mit dem rot-weiß-roten Fußball auseinander gesetzt. Demnächst wird er auch nach Österreich ziehen. "Brückner hat uns nachdrücklich gesagt, dass er einer ist, der auf dem Platz lebt und keine Fernbetreuung macht. Er wird sehr viele Zeit auf österreichischen Fußball-Plätzen verbringen. Er ist sehr optimistisch und zuversichtlich, er erwartet sich einiges von dieser Mannschaft", erklärte Stickler.

Dass Brückner bei der EURO 2008 mit 68 Jahren der zweitälteste Teamchef war, spielte bei der Suche keine Rolle. "Wir haben nicht auf den Taufschein geschaut, sondern auf Erfahrung und Erfolg", meinte Stickler mit Verweis auf den ältesten Teamchef. Das war Luis Aragones, der Spanien zum Titel geführt hatte. Stickler: "Ich würde auch Aragones nehmen." (APA)

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rundblicker
28.07.2008 16:39
So, jetzt haben wir endlich einmal einen Trainer

dem man nicht nachsagen kann, dass er nichts kann und nichts weiß. Jetzt werden wir sehen ob die Spieler oder der Trainer das Problem war.

HeartbreakOne
28.07.2008 12:56
Also...

...ich finde wir sollten uns freuen über so einen Trainer.

Flo S.
28.07.2008 09:12
Hehehe...

...dieser Brückner wird sich wohl vom ÖFB nichts gefallen lassen....der arme Stickler...;-)

The Llama
29.07.2008 12:07
da haben sie leider unrecht

Brückner wird sich alles gefallen lassen, genauso wie er sich bereits als Trainer Tschiens alles gefallen ließ. Er hatte die Spieler nicht unter Kontrolle, Baros und Co. gingen während Tournieren saufen, verchliefen Trainings, und Brückner gab immer dem Druck des Verbands CMFS nach, vor allem aber dem Druck der Spielermanager, allen voran Pavel Paska von Baros... Dass Brückner beim 2-1 der Türken nicht reagiert hat und einfach ruhig auf der Bank saß zeigt, dass er resigniert hatte.
Andererseits ist es natürlich möglich, dass er in Österreich neu anfängt.

Thomas Nachtigal
28.07.2008 02:21

Hickersberger hat, nach der ziemlich tristen Krankl-Ära damit begonnen vielversprechende, junge Spieler zu intergrieren. Respekt Hicke, du hast es dir nicht leicht gemacht!
Anstatt sich einen deutschen Besserwisser zu angeln, ist es um einiges intelligenter Brückner zu holen, der weiß, wie es in einem kleinen Land abläuft. In seiner Heimat oft kritisiert (ja, die Tschechen sind dieselben raunzer), ging er trotzdem seinen Weg.
Brückner ist einfach eine Autorität! Ob er, oder später Herzog die Früchte ernten kann, weiß man nicht. Er wird sicherlich eine Bereicherung für den ö. Fußball sein. Genauso wie er es für den tsch. Fußb. war.
Hoffen wir, dass dieser geniale stratege mit österreich mehr glück hat, denn dann sind wir bei der WM!!!!

Lagerbäck
27.07.2008 17:51
Mentale Einstellung

Hätten die Spieler die selbe mentale Einstellung wie viele Poster hier, dann werden die Ösis in 1000 Jahren nicht unter den ersten 100 der Weltrangliste zu finden sein...
Warum wird in Österreich immer alles schlecht geredet? Wenn sich einer nichts traut wird auf ihn hingehaut, aber wenn einer Selbstvetrauen zeigt, genauso (siehe Harnik)...
Die Aufstellung ist immer die falsche, der Trainer entweder zu alt oder zu jung, der Gegner zu stark, aber Schuld ist sowieso immer der Schiedsrichter...Alles ist möglich, auch in Östterreich. Wären die Stürmerleistungen bei der EM besser gewesen, dann würde sich das hier schon anders anhören...
Der ÖFB könnte doch vorübergehend neben dem Ivo den Cordoba-Hansi reaktivieren, aber nicht als Teamchef, sond

holybatman
27.07.2008 15:43
Suderantentum

Also wenn ich mir die Postings hier so durchlese, würde ich mir schon alleine deshalb wünschen, dass wir gegen Frankreich nach sensationeller taktischer Leistung mit einem Siegestor durch einen Rapidler gewinnen.

Das Herumgeeiere über Brückner und den Rapid-Spielern im Nationalteam ist nicht mehr auszuhalten.
1. ist Brückner mit Sicherheit ein renommierter internationaler Trainer, von denen es in Österreich wohl kaum einen gibt.
2. sei daran erinnert, dass bei der Euro zumeist - sieht man von Korkmaz ab - gar kein Rapidler in der Aufstellung war.
3. Schafften es die "Antikicker" von Rapid immerhin zum aktuellen Meistertitel.

Karel Brückner wird schon wissen, wen er in ein ÖFB-Team einberuft, also lasst den Mann bitte arbeiten!

marty fink
27.07.2008 13:20
Wenn ich mir die Postings so ansehe:

WIR SIND TRAINER!

girlander
27.07.2008 10:16
Brückner ist zu gut....

für den ÖFB und vor allem für diese Mannschaft; was bringt ein qualitativer Trainer, wenn das technische und intelligente Niveau der Mannschaft nicht stimmen;

narya
27.07.2008 20:24

Weil nämlich Österreichisches Blut solche Fähigkeiten verhindert. Ist genetisch. Es geht einfach nicht.

BHager
28.07.2008 10:30
Genetisch?

Ist das wissenschaftlich belegt? Und wenn ja, aus welchem Jahr kommt der Beleg? Vermutlich aus der Ära der Schädelvermesser............

Helvetica im Namen des Wortes
27.07.2008 01:32
Gute weise Wahl (auch betreffend Mentalität)


Bin von der Kugel-Feh Stickler eigentlich nicht sonderlich angetan was er in der Vergangenheit tat, aber dieses mal hat er ein gutes Los geszogen. Wer die tschechische Nationalmannschaft betreute und einige grosse (für die grösse des Landes) Erfolge erzielte darf man als grossen Trainer anschauen. Hätte man einen Herzog oder Finke nehmen sollen, die noch nie eine Nationalmanschaft betreuten oder besser gesagt, eine Nation zu einer grossen Endrunde coachte?! Denke es gibt in Österreich wieder einige gute junge Spieler und da ist der Brückner die gute Wahl, wie er es schon öfters bewiesen hat, obwohl er einige Jahre mehr auf dem Buckel aufweist als seine zukünftigen Spieler. Für mich eine klare Win-Situation für Österreich.

DPfand
27.07.2008 10:16
Brückner hinterläßt

eine völlig überalterte Mannschaft! Mit der "Goldenen Generation" (Nedved & Co.) hat er keinen Titel geholt!

Martin Harnik (Bremen II) wurde über seinen neuen ÖFB-Teamchef von deutschen Medien befragt:

"Brückner ist bekannt dafür, dass er auf alte Spieler setzt. Wir haben ein junges Team - mal abwarten, wie das funktioniert."

Helvetica im Namen des Wortes
28.07.2008 21:30


Wohl eine verfrühte Aussage Martnin Harnkik, wenn er eine solches von sich gab.

Hofer Jürgen 1
 
26.07.2008 20:57
Eitle Gockel, tief beleidigt!

http://chancentod.wordpress.com/

stopmakingsense
27.07.2008 13:57

Krankl hat seit Herbst 05 kein Angebot mehr erhalten, wieder als Trainer zu arbeiten. Es spricht sich offensichtlich herum, dass man mit ihm als Trainer einen Mißerfolgsgaranten erwirbt.

.oP1uM
26.07.2008 18:57
der kriegt doch

beim nächsten 0:9 einen herzkasperl.

artigiano
27.07.2008 11:15
Nach so einem hohen Sieg...

würde ich auch zum Beta-Blocker und Blutdruckmessgerät greifen. Und ich bin rund 40 Jahre jünger als Brückner. ;-)

Peter Wichtig
26.07.2008 17:51
Wieder einer, der seine laufbahn .....

..... in österreich gemütlich beenden wird? Fällt den verantwortlichen nicht langsam was auf?

richard sturmer
27.07.2008 14:05
Achtung

in diesem Fall ist diese Ansage unangebracht!
Dieser Alt- Oesterreicher wird viel mehr bringen, als alle vollgefressenen Oesterreichischen Trainer zusammen.
Wie hat doch der Happel Ernst es gesagt? Die Spieler muessen Hungrig sein und von der Strasse kommen. Luxushotels und Bademantel sind da fehl am Platz, laufn miasns!!

Francis Ona
 
26.07.2008 17:41
Na hoffentlich ist das nicht auch wieder so ein ...

... wir können ganz zufrieden sein oder
... eigentlich laufts eh ganz gut und
... es könnt viel schlimmer kommen,
... aber probiert hammas wenigstens

usw. usw. ... ;)

Österreich hätte mit einer besseren mentalen Einstellung locker ins Viertelfinale kommen können - bzw. kommen müssen!

Let´s see ... Karel ...!

marcel81
26.07.2008 19:47
mentale Einstellung

bin deshalb gespannt ob er es schafft 150 Prozent aus den Spielern herauszuholen bzw. sie zu motivieren 150 Prozent zu geben.

Wünschen würde ich es ihm.

comX
 
26.07.2008 15:09
Karel Brückner

Egal wie alt dieser Mann ist, verglichen mit Hickersbeger, Herzog und Konsorten ist das ein positiver, internationaler Meilenstein... und jetzt endlich rein mit den Besten und raus mit den Hickersberger'schen Richtigen, dh also den Falschen.

Stickler ist sicher auch nur der richtige (und nicht der beste) Präsident, doch mehr als so einen Trainer aus dem Ausland konnte man als 101. der Weltrangliste wohl beim allerbesten Willen nicht erhoffen, das ist gut so und dazu muss man Stickler eigentlich gratulieren.

Mehr ist's eben in AUT einfach nicht, das muss an einfach realistisch sehen.

Karl Hofer
26.07.2008 21:51

international? naja

blutgraetsche1
26.07.2008 15:09
nicht zum aushalten

das alter des trainers wird erst zum problem, wenn er seinem alter entsprechend spielen lassen würde (siehe der unerträgliche Rehagel-kick).
man ja Brückner und den Tschechen beim besten willen nicht unterstellen, dass sie in den vergangenen jahren einen unansehlichern fussball gespielt hätten.

imm dasselbe.... zuerst schreien, dass wir einen ausländischen fachmann brauchen. jetzt haben wir einen und die vorgenannten rufen nach einer österreichischen lösung (gott bewahre uns jara, schachner uä). typisch suderantentum

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