Mord statt Suizid: Acht Jahre Haft

19. Februar 2003, 19:47
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Weil er sterben wollte, raste ein Grazer mit seinem Auto frontal gegen mehrere Autos - er überlebte aber eine Frau starb

Graz - Aus einem geplanten Selbstmord wurde Mord. Weil er sterben wollte, raste der 29-jährige Grazer Horst M. mit seinem Auto frontal gegen mehrere Pkw. Er überlebte, doch eine 49-jährige Frau starb. Dafür wurde M. am Mittwoch im Grazer Landesgericht zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Geschworenen folgten dem Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Trennung von Freundin nicht verkraftet

Als Motiv für den geplanten Suizid gab der Angeklagte an, er habe die Trennung von seiner Freundin nicht verkraftet. Deshalb fuhr er vor einem Jahr auf einer stark befahrenen Straße im Stadtgebiet von Graz zunächst gegen ein entgegenkommendes Auto. Zuvor hatte er zwei Fahrzeuge leicht gestreift, was den Zusammenstoß stark abgebremst hatte. Eine Zeugin, die sich im ersten Wagen, gegen den der Grazer gefahren war, befunden hatte, berichtete: "Plötzlich ist das Auto auf unsere Seite herübergekommen, ich hab' mich furchtbar geschreckt. Dann habe ich ein junges Gesicht gesehen. Der Fahrer hat aber gleich den Rückwärtsgang eingelegt und ist wieder davongefahren." Kurz darauf erwischte er den Pkw einer 49-jährigen Frau, die einige Tage später an den Folgen des Unfalls starb.

Ein anderer Zeuge gab an, er habe den selbst leicht verletzten Unfalllenker aus dem Auto gezogen. Dieser habe gefragt: "Bin ich jetzt tot?" Als der Retter verneinte, wollte der Unfalllenker wissen: "Werde ich jetzt eingesperrt?" Als der Zeuge nachfragte, ob er den Unfall mit Absicht herbeigeführt habe, soll Horst M. schon damals mit Ja geantwortet haben. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe 20.2.2003)

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