3400 EU-Jobs für Kandidatenländer

19. Februar 2003, 18:58
1 Posting

Einfluss Österreichs schwindet

Fast 4000 neue Beamte benötigt die EU-Kommission, um die Erweiterung um zehn neue Staaten bewältigen zu können. Allein aus den Kandidatenstaaten sollen 3441 Beamte aufgenommen werden, gab am Mittwoch der für Personalfragen zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Neil Kinnock, bei einer Pressekonferenz in Brüssel bekannt. "Durch die Erweiterung wächst die Bevölkerung der EU um 20 Prozent, die Zahl der Mitgliedstaaten um 66 und die Zahl der Arbeitssprachen um 82 Prozent", untermauerte Kinnock die Personalaufstockung, die 678 Millionen Euro kostet. Insgesamt sind in den EU-Institutionen derzeit 30.000 Personen beschäftigt, davon allein in der Kommission rund 20.000.

Wie bei der vorangegangen Erweiterungsrunde werden auch diesmal die neuen Länder bevorzugt. Vorgeschlagen wird seitens der Kommission, dass für die neuen Länder eine Ausnahme von der EU-Bestimmung gemacht wird, wonach die Reservierung von Posten für Bürger bestimmter Mitgliedstaaten verboten ist. Die Ausnahmeregelung soll sieben Jahre gelten. Kinnock versicherte allerdings, dass die Bewerber aus den Kandidatenländer nach ebenso strengen Kriterien geprüft werden, wie Bewerber aus den alten EU-Ländern.

Österreich hat beim EU-Beitritt eine fünfjährige Ausnahme bekommen, es aber in der Folge versäumt, sich personalpolitisch in Brüssel besser zu positionieren. So hat Österreich durch die Auflösung der Generaldirektion (GD) Finanzkontrolle den höchstrangigen Posten verloren. Ex-Generaldirektorin Edith Kitzmantel ist nun Leiterin der Verrechnungsabteilung. Von den sechs Direktorenposten, die mit Österreichern besetzt waren, sind nur mehr zwei übrig geblieben. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.2.2003)

Von Katharina Krawagna-Pfeifer aus Brüssel
Share if you care.