Israel: Beduinen wehren sich gegen Umsiedelung

19. Februar 2003, 21:31
3 Postings

68.000 Beduinen aus der Negev-Wüste wollen eigene Lebensart erhalten

Bern - 68.000 Beduinen aus der Negev-Wüste sollen nach dem Wunsch der israelischen Regierung in moderne Dörfer umgesiedelt werden. Der Regionale Rat der Beduinen sieht die traditionellen Lebensgrundlagen der israelischen Urbevölkerung bedroht. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert deshalb an die Europäische Union, die Vertreibung der Beduinen aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet zu verhindern. Nach den Plänen der Regierung sollen 45 nicht anerkannte Dörfer mit 68.000 Einwohnern aufgehoben werden. Es sei zwar begrüßenswert, dass Israel den Beduinen bessere Lebensbedingungen bieten wolle, heißt es in einer GfbV-Mitteilung vom Mittwoch. Die Betroffenen müssten aber in die Planung einbezogen werden.

Mit einem neuen Gesetz sollen laut GfbV Enteignungen und die Zerstörung der alten Beduinendörfer legitimiert werden. Die Regierung plane außerdem den Bau von 14 Siedlungen auf dem Land der Beduinen. Insgesamt leben 121.000 Beduinen in der Negev-Wüste. 53.000 von ihnen leben in sieben offiziell anerkannten Gemeinden, die aber von Nicht-Beduinen regiert werden. 68.000 Menschen wohnen in nicht anerkannten Dörfern. In diesen Dörfern herrscht große Armut. (APA/sda)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Beduine betet vor einer zerstörten Moschee, die ohne Baugenehmigung errichtet worden war

Share if you care.