Bericht über drei Waffen-Schiffe des Irak sind falsch

19. Februar 2003, 16:56
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Deutsche Sicherheitskreise: Schiffe können sehr leicht mit Satelliten überwacht werden

Berlin - Deutsche Sicherheitskreise haben einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach drei möglicherweise mit irakischen Massenvernichtungswaffen beladene Schiffe unterwegs sind. "Wir halten den Bericht für falsch", war am Mittwoch aus den Kreisen zu erfahren. Auch an anderer Stelle in deutschen Sicherheitskreisen hieß es, man halte den Bericht für nicht plausibel. Dagegen spreche unter anderem, dass Schiffe sehr leicht mit Hilfe von Satelliten zu überwachen seien. Die britische Zeitung "Independent" hatte zuvor berichtet, Geheimdienste der USA und Großbritanniens verfolgten drei Schiffe, die möglicherweise irakische Massenvernichtungswaffen geladen hätten.

Bei deutschen Sicherheitsbehörden hieß es, gegen den Bericht spreche weiter, dass Schiffe in den Kontrollbereich der Zollbehörden kommen, wenn sie Häfen anlaufen. Schon vor dem Golfkrieg 1991 habe es ähnliche Meldungen gegeben wie die, die nun im "Independent" stehe. Diese hätten sich damals als nicht zutreffend erwiesen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte zu dem Bericht: "Wir diskutieren nicht über Geheimdienst-Angelegenheiten."

Meldung sorgte für Bewegung auf den Finanzmärkten

An den Finanzmärkten hatte die Meldung der Zeitung für Bewegung gesorgt. Als sichere Anlagen geltende Regierungsanleihen wurden nachgefragt; ihre Kurse stiegen. Der Kurs des Dollar sank im frühen Handel. Auf die Einschätzung der deutschen Kreise reagierten die Märkte zunächst nicht.

Der "Independent" berichtete unter Berufung auf Schifffahrtskreise, die drei riesigen Frachter führen seit drei Monaten auf den Weltmeeren umher und wahrten entgegen den Schifffahrtsregeln weitgehend Funkstille. Die Kapitäne hätten keine Auskunft über ihre Ladung und ihren Bestimmungsort gegeben. Ein Sprecher der Internationalen Seefahrtorganisation IMO sagte Reuters jedoch, es sei durchaus üblich, dass Ladung und Zielort von Schiffen nicht bekannt gegeben würden. Es gebe keine Vorschrift, die eine solche Deklaration verlange oder Funkstille verbiete. Wie das Blatt weiter berichtet, wird angenommen, dass sich die Geheimdienstchefs vor einer Kontrolle der Schiffe scheuten, weil diese dann möglicherweise versenkt werden und eine Umweltkatastrophe auslösen könnten.

Schiffe von einem Makler in Ägypten gechartert

Militärexperten äußerten der Zeitung zufolge die Vermutung, dass die Schiffe nicht von einem irakischen Hafen aus in See gestochen seien, um den Patrouillen der USA und ihrer Verbündeten zu entgehen. Die Ladung der Schiffe könnte über Syrien und Jordanien an Bord geschmuggelt worden sein. Dem "Independent" zufolge wurden die Schiffe von einem Makler in Ägypten gechartert. Sie fahren angeblich unter den Flaggen dreier Nationen. Die meiste Zeit seien sie wahrscheinlich im Indischen Ozean gewesen, ab und zu in Häfen arabischer Staaten, meldete das Blatt. Den gegenwärtigen Standort der Schiffe gab die Zeitung nicht an. (APA/Reuters)

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