"Aufholjagd geschafft"

19. Februar 2003, 15:12
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Lutz-Chef Hans-Jörg Schelling sieht sein Haus als Nummer eins im heimischen Möbelhandel und will den Umsatz in den den nächsten zehn Jahren verdoppeln

Wien - Der Wettlauf um die Spitzenposition im Möbelhandel zwischen dem Kika/Leiner-Konzern und der Lutz-Gruppe ist nach Einschätzung von Lutz-Chef Hans-Jörg Schelling für sein Unternehmen entschieden. Mit einem Gesamtumsatz von 1,25 Mrd. Euro liege man erstmals vor dem Wettbewerber, die laut den letzten veröffentlichten Zahlen "nur" auf 1,19 Mrd. komme, sagte Schelling am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Das Geschäftsjahr 2002/03 beider Unternehmen endet allerdings erst mit 31. März. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeite (EGT) liege im Schnitt bei 2,7 bis 2,8 Prozent vom Umsatz. Genauere Zahlen lässt sich die mehrheitlich in Besitz der Familie Seifert befindliche Lutz-Gruppe nicht entlocken. Das Umsatzwachstum im vergangenen Jahr beziffert Schelling mit vier Prozent.

In Österreich, wo mit 45 Einrichtungshäusern und 29 Möbelix-Märkten etwa zwei Drittel des Umsatzes gemacht werden, verzeichnete die Gruppe ein Plus von 4,9 Prozent (flächenbereinigt: ein Minus von 0,5 Prozent). Der Branchenumsatz insgesamt ist laut Schelling um 1 Prozent geschrumpft. In Österreich will der Möbelhandelsriese noch sechs weitere Einrichtungshäuser - Wien Nord, Tulln, Zwettl, Vöcklabruck, Bruck an der Leitha und Steyr eröffnen - und einige Möbelix und Möma-Standorte realisieren. Dann sei man mit den Investitionsmöglichkeiten aber am Ende, so Schelling.

Deutschland-Expansion

In Deutschland, wo der Markt um 10 Prozent weniger umgesetzt hat, kam Lutz mit seinen 10 Einrichtungshäusern und 7 Diskontmärkten mit einem Minus von vier Prozent (flächenbereinigt: plus 0,5 Prozent) davon. Schelling rechnet aber damit, dass der deutsche Markt "schnell drehen" wird. In Deutschland liegt auch der Schwerpunkt der weiteren Expansion der Lutz-Gruppe. "Der deutsche Markt ist ganz anders als in Österreich", betonte Schelling. Dort stehe ein Konzentrationsprozess erst an, "und da wollen wir dabei sein". Bei Kandidaten für Unternehmensverkäufe sei Lutz schon "die erste Adresse".

Ehrgeizige Ziele

In Summe werde die Lutz-Gruppe in den nächsten Jahren zwischen 50 und 70 Mio. Euro pro Jahr investieren - wie bisher aus dem Cash-Flow. Damit soll der Umsatz in den nächsten 10 Jahren verdoppelt werden. (APA)

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Lutz

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    Hans-Jörg Schelling, Chef der Lutz-Gruppe, setzt den Expansionsschwerpunkt auf Deutschland.

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