Geistlicher wegen Völkermordes in Ruanda schuldig gesprochen

19. Februar 2003, 14:01
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Organisierte Ermordung dutzender Tutsi durch Hutu-Milizen

Nairobi/Arusha - Der Internationale Gerichtshof zur Aufarbeitung des Völkermords in Ruanda (ICTR) hat am Mittwoch zum ersten Mal einen Geistlichen des Völkermords für schuldig befunden. Der ehemalige Adventisten-Priester Elizaphan Ntakirutimana und sein Sohn Gerard haben nach Ansicht des Gerichts die Ermordung Dutzender Tutsi organisiert, die bei ihnen Schutz gesucht hatten. Der Geistliche wurde zu zehn Jahren Haft, sein Sohn zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Elizaphan Ntakirutimana war Pastor der Adventistenkirche in der westruandischen Stadt Mugonero, sein Sohn Gerard medizinischer Direktor im dortigen Krankenhaus. Die beiden Angeklagten haben im April 1994 flüchtende Angehörige des Tutsi-Stammes auf ihrem Kirchen- und Krankenhausgelände in der Region Kibuye beherbergt, die dann von extremistischen Hutumilizen getötet wurden.

Das Internationale Tribunal für Ruanda (ICTR) hat seinen Sitz in der tansanischen Stadt Arusha. Dem Völkermord in Ruanda sind zwischen April und Juni 1994 zwischen 500.000 und eine Million Tutsis und oppositionelle Hutus zum Opfer gefallen. (APA/dpa)

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