Wettbieten um KirchMedia: Saban-Angebot höher als Bauer-Offert

20. Februar 2003, 15:21
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Knackpunkt neu zu gründende Verwertungsgesellschaft für die Filmrechte

Das Wettbieten um den TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und die Filmbibliothek der insolventen KirchMedia ist am Donnerstag in eine neue Runde gegangen. Das neue Angebot des US-Milliardärs Haim Saban liege leicht über dem Offert des Bauer-Verlags, war aus der Umgebung von Beteiligten zu hören. Die Gläubigerbanken wollten die Situation am Donnerstag bei einem Arbeitsgespräch in Frankfurt diskutieren. Mit einem Durchbruch wurde aber noch nicht gerechnet.

Bei den Verhandlungen käme es nicht nur auf den Preis an, hieß es in den Verhandlungskreisen. Zum Knackpunkt könne eine neu zu gründende Verwertungsgesellschaft für die Filmrechte werden, die zum Verkauf stehen. Nach Willen der Gläubigerbanken soll die unternehmerische Verantwortung und einen Mehrheitsanteil von rund 51 Prozent der Käufer der Filmrechte übernehmen, also Saban oder der Bauer-Verlag. Damit seien grundsätzlich beide Bieter einverstanden. Doch die Gesellschaft braucht auch frisches Geld. "Die Frage ist, woher dieses Geld kommen soll."

Verzögerung

Die Übernahme der KirchMedia könnte sich durch den Wiedereinstieg von Saban erneut verzögern. Zuletzt war der Abschluss für Ende Februar geplant. Dieser Zeitplan könne aber um einige Tage verschoben werden, sagte ein Sprecher der KirchMedia. Aus der Umgebung der Gesprächsteilnehmer hieß es: "Der Vertrag mit Bauer wäre so gut wie unter Dach und Fach, wenn Saban seinem Herzen nicht noch einen Stoß gegeben hätte". Nun wird dieses Angebot gleichwertig mit dem Offert der Hamburger geprüft.

In der ersten Bieterrunde war Saban noch ausgeschieden. Erst mit einem verbesserten Offert im Dezember kam er wieder ins Rennen. Bisher spielte der US-Milliardär anders als der Bauer-Verlag in der deutschen Medienbranche keine große Rolle. Er dürfte bei einer Übernahme keine allzu großen Schwierigkeiten mit dem Kartellamt bekommen. Durch den Kauf der KirchMedia mit ihrer Sendergruppe ProSiebenSAT.1 würde Saban, der mit dem französischen Fernsehsender TF1 zusammenarbeitet, zu einer bedeutenden Größe im deutschen Fernsehmarkt werden. (APA/dpa)

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