Luxuskarossen im Ärmelkanal: Gesunkener Frachter "Tricolor" wird zerlegt

19. Februar 2003, 13:37
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Tanker wird nicht als Ganzes geborgen - 220 Tonnen Öl befinden sich noch im Tanker - 340 Tonnen sind bereits im Meer

Rotterdam - Das Wrack des nach einer Kollision im Ärmelkanal gesunkenen norwegischen Autofrachters "Tricolor" wird nicht als Ganzes geborgen, sondern am Unfallort in Teile zerlegt. Die Arbeiten sollen noch vor Ende August abgeschlossen sein, teilten Sprecher der Reederei und der Versicherungen am Mittwoch in Rotterdam mit. Wer die Arbeiten ausführt, soll Anfang nächsten Monats entschieden werden. Drei Unternehmen haben sich um den Auftrag beworben.

Aus der "Tricolore", die am 14. Dezember mit 2820 neuen Autos an Bord mit dem Containerfrachter "Kariba" 30 Kilometer vor Dünkirchen zusammengestoßen war, soll bisher das meiste Öl geborgen worden sein.

"Weniger als zehn Prozent" von ursprünglich 2.200 Tonnen befänden sich noch im Wrack, sagte ein Bergungsexperte. Nicht alles davon könne abgepumpt werden. Nach seiner Schätzung sind insgesamt 340 Tonnen aus der "Tricolor" ins Meer geströmt. Ein Teil davon habe die Küsten von Frankreich, Belgien und der Niederlande verschmutzt.

Mit Kerosin vermischtes Öl

Im Wasser sei auch mit Kerosin vermischtes Öl gefunden worden, berichteten Bergungsexperten. Es stamme möglicherweise aus dem Zusammenstoß mit dem Tanker "Vicky". Das unter türkischer Flagge fahrende Schiff war am Neujahrstag auf das Wrack aufgefahren. Bereits am 16. Dezember war der von der deutschen Firma Intersee Schiffahrt betriebene Frachter "Nicola" auf das Wrack geprallt.

Vor allem wegen struktureller Schäden am Schiffskörper sei nach den Kollisionen darauf verzichtet worden, die "Tricolor" wieder aufzurichten. Aber auch die Zerlegung des Wracks in Einzelteile und deren Bergung sei technisch kompliziert und langwierig. Die Kosten dafür bewegten sich in der Größenordnung von einigen Dutzend Millionen Euro, sagte einer der Experten. (APA)

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