Heute fallen die Würfel

20. Februar 2003, 17:52
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Zwischen Schwarz-Blau und Schwarz-Rot entscheidender ÖVP-Bundesvorstand hat begonnen - TeilnehmerInnen im Vorfeld wortkarg

Wien - Das große Schweigen herrschte am späten Donnerstagnachmittag vor Beginn des ÖVP-Vorstands, der um 17:00 Uhr in Wien startete. Zahlreiche Vorstandsmitglieder betraten die ÖVP-Parteizentrale durch die Hintertür, ohne die bevorstehende Auswahl des Koalitionspartners zu kommentieren. Allfällige Wortspenden waren äußerst allgemein gehalten. So meinte der Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger, er erwarte "eine gute Lösung": "Ich bin überzeugt, dass der Vorschlag des Bundeskanzler vom Parteivorstand mit großer Mehrheit mitgetragen wird."

Fuhrmann tendiert in Richtung Blau

Angesprochen auf die Opposition seines niederösterreichischen Kollegen Erwin Pröll gegen eine Fortsetzung der schwarz-blauen Koalition, meinte Schausberger mit Blick auf dessen laufenden Wahlkampf: "Der Kollege Pröll ist ja ein bissi im Ausnahmezustand." Leichte Tendenzen in Richtung FPÖ ließ JVP-Chefin Silvia Fuhrmann erkennen. Angesprochen auf Zweifel an der Stabilität der Freiheitlichen meinte sie, es stelle sich auch die Frage, wie stabil die SPÖ sei: "Auch in der SPÖ sind im Hintergrund einige, die dagegen arbeiten."

Festlegen wollte Fuhrmann sich nicht: Schließlich sei noch nicht bekannt, wie die Verhandlungen mit den Parteichefs Herbert Haupt und Alfred Gusenbauer gelaufen seien. Zum Hinweis von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, für eine Koalition mit der SPÖ sei ein "kleines Wunder" nötig, meinte Fuhrmann allerdings: "Wunder ist ein richtiges Wort. Die müssen uns schon sehr entgegen kommen."

Pröll schweigt

Pröll selbst wollte das Thema vorerst nicht kommentieren: "Meine Argumentationen und Überlegungen werde ich im Parteivorstand darlegen und nicht jetzt." Kommentarlos durch die Hintertür kamen u. a. Innenminister Ernst Strasser, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer. Letzterer hatte sich zuletzt ja ebenfalls kritisch über eine Fortsetzung von Schwarz-Blau geäußert. Er meinte vor der Sitzung lediglich, er habe diesen Aussagen nichts hinzuzufügen.

ÖVP-Nationalratspräsident Andreas Khol gab im Vorfeld des Bundesvorstandes an, er glaube, dass die neue Regierung bis zur Plenarsitzung am Donnerstag in einer Woche stehen könnte. "Die Papiere liegen vor", so Khol am Mittwoch. "Dann haben wir eine Woche später - nehme ich an - eine Regierung." (APA/red)

  • Wen schmeisst die ÖVP raus? Der Bundesvorstand entscheidet am Donnerstag über Schwarz-Blau oder Schwarz-Rot.
    montage: derstandard.at

    Wen schmeisst die ÖVP raus? Der Bundesvorstand entscheidet am Donnerstag über Schwarz-Blau oder Schwarz-Rot.

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