Telekom stellte neues Ikarus-Virenschutzpaket vor

19. Februar 2003, 13:00
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Privatanwender werden kleine Systemadministratoren

Ein neuartiges Viren-Sicherheitspaket von Ikarus bietet die Telekom Austria (TA) ihren Kunden seit Mitte Februar als monatliches Abonnement. Der AonVirenchecker, der heute, Mittwoch, in Wien präsentiert wurde, stellt für Ikarus-Geschäftsführer Josef Pichlmayr und TA-Produkt- und Technologieleiter Helmut Leopold ein Mittel gegen rapide steigender Gefahrenquellen im Internet dar. Die Kombination aus Online-Überwachung, lokaler Virenkontrolle und Statistikfunktionen soll aus Privatanwendern kleine Systemadministratoren machen.

Zahl der Angriffe steigt

Seit 1999 haben sich internationale Rechnerattacken nahezu verdoppelt. "Die Zahl der Virenangriffe steigt mit enormer Geschwindigkeit - vor allem bei E-Mails," erklärte Pichlmayr. Die Methoden der Hacker würden dabei immer raffinierter - selbst für Experten seien neuartige Schädlinge schwer zu identifizieren. Die Folge unbedachter Handlungen seien häufig Datenverlust bei hohem Zeit- und Kostenaufwand. Ein Online-Tool erspare dem Anwender unnötige Sorgen um die Sicherheit am Arbeitsplatz, meinte Pichlmayr.

"Unsere Verpflichtung"

"Als größter Internet-Serviceprovider Österreichs sehen wir es als unsere Verpflichtung an, auch die nötigen Schutzvorrichtungen anzubieten," stellte Leopold den Sinn der teuren Komplettlösung für private Endkunden dar. Der umfassende Virenschutz wirke auf mehreren Ebenen: sorgenfreies Surfen im Internet sei ebenso das Ziel wie der Schutz persönlicher Daten und sicherer E-Mailverkehr.

Das Paket umfasse Schutzfunktionen gegen nicht vom Anwender installierte Programme, die verdeckt im Hintergrund laufen. Hohe Bekanntheit hätten "Erotik-Dialer" erlangt, die sich beim Aufruf spezieller Webseiten automatisch einrichten und kostspielige Telefonverbindungen aufrechterhalten. Spätestens bei der nächsten Telefonrechnung komme das böse Erwachen. Auch herkömmliche Downloads aus dem Internet können mitunter Viren enthalten und werden deshalb überprüft - das gilt auch für eingelegte mobile Datenträger wie Disketten oder Compact Discs. Lokale Festplatten werden laufend durch Scans nach befallenen Dateien durchsucht.

90 Prozent der Schädlinge kommt via Mail

Die größte Gefahrenquelle - mehr als 90 Prozent aller Viren verbreiten sich über Mailverkehr - wird jedoch gleich auf den zentralen Servern der TA gebannt. Täglich wandern mehr als 100.000 E-Mails über das Aon-Portal. "Auch wenn nur jede 150. Mail infiziert ist, erhält man im Schnitt spätestens alle zwei Monate einen Virus zugeschickt," so Leopold. Der AonVirenchecker soll das verhindern und kann von jedem Kunden mittels Web-Interface individuell angepasst werden. Datentypen können selektiv geblockt oder zugelassen werden. Durch diese simplen Administrations-Tätigkeiten sollen die Kunden ein Bewusstsein für Sicherheitsrisiken entwickeln.

Bei bis zu zehn neuen Viren täglich könnten nur Experten den Überblick bewahren, waren sich Pichlmayr und Leopold einig. Von der Lösung eines "Endkundenproblems" als Dienstleistung gegen eine Servicegebühr würden letztlich beide Seiten profitieren. Besonders hervorzuheben seien die Statistik-Funktionen, die nicht nur Auskunft über den Anteil der infizierten Mails liefern, sondern auch alle infizierten Mails auflisten können.

Das Virenschutz-Paket beinhaltet einen "lokalen Virenschutz" auf CD-Rom und ein Online Tool. Die monatlichen Kosten betragen 2,90 - Euro neben einem einmaligen Aktivierungsentgelt von 15 Euro.(APA)

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