Platter, Pilz und der Polizeicomputer

23. Juli 2008 22:46
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    Foto: standard/matthias cremer

    Handschlagqualität, zuletzt fotografiert im vergangenen Juni. Peter Pilz (li.) bezichtigt Günther Platter nun des Amtsmissbrauchs

     

Grüne wollen Beweis für Amtsmissbrauch im Fall Arigona gefunden haben - Vor "ZiB 2"-Interview gab es laut Pilz 37 Abfragen im KPA

Wien - Über den kriminalpolizeiliche Aktenindex (KPA) sind schon mehrere Male Politiker beinahe gestolpert. In die Datenbank, in der die Polizei intern alles speichert, was jemals zur Aufklärung von Straftaten verwendet werden könnte, wird gerne gegriffen, wenn es an Argumenten fehlt, die andere belasten und die eigene Position stärken. Das Problem: Die sensiblen Daten, wie etwa Anzeigen (ohne rechtskräftige Folgen) dürfen zum Schutz der Betroffenen nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Das ist aber vergangenen Oktober im Fall Arigona Z. geschehen. Die Grünen sind sicher, dass sich niemand Geringerer als der damalige Innenminister Günther Platter (VP) vergriffen hat. Sie werfen dem nunmehrigen Landeshauptmann von Tirol Amtsmissbrauch vor.

Lockerer Umgang mit Polizeidaten


Wie berichtet, bezieht sich der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz auf eine Anzeige des Büros für interne Angelegenheiten (BIA), in der Platter, dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) sowie vier weiteren Personen zu lockerer Umgang mit Polizeidaten vorgeworfen wird. Dass die Staatsanwaltschaft Wien nach der Anzeige von vergangenem Februar erst jetzt Ermittlungen eingeleitet habe, ist für Pilz ein Indiz dafür, dass ein Teil der Anklagebehörde „seit vielen Jahren VP-Politiker deckt".


Abfragen im KPA

Pilz will Platter im U-Ausschuss, der im September fortgesetzt wird, mit folgender Chronologie überführen: Am 1. Oktober des Vorjahres sei auf Weisung des Kabinetts ein Brief der Polizeiinspektion Frankenburg (dem Wohnort der Familie Z.) im Innenministerium angekommen. Darin sei über Anzeigen gegen zwei Familienmitglieder nach Paragraf 270 des Strafgesetzbuches wegen eines „tätlichen Angriffs auf einen Beamten" informiert worden. Die Polizeiinspektion habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anzeigen „noch nicht verhandelt wurden" - es sich also um ein schwebendes Verfahren handle.
Am 2. Oktober verwies Platter dennoch in einem "ZiB 2"-Interview auf genau diese Delikte, die bis dato nicht publik waren, um die geplante Abschiebung von Arigona Z. und deren Mutter zu rechtfertigen. An diesen beiden Tagen gab es laut Pilz insgesamt 37 Abfragen im KPA zur Familie Z..

Tiroler ÖVP-Zentrale dementiert

Die Tiroler ÖVP-Zentrale dementiert, dass der jetzige Landeshauptmann als Innenminister sensible Daten der Familie Z. weitergegeben habe. Auch Landeshauptmann Pühringer, der im Radio KPA-Material „ausgeplaudert" haben soll, reagierte kurz und bündig: „Ich habe nichts Rechtswidriges getan." (Michael Simoner, DER STANDARD, Printausgabe, 24.7.2008)

 

 

 

Kommentar posten
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Yppenplatz
26.07.2008 21:56
"Über den kriminalpolizeiliche Aktenindex (KPA) sind schon mehrere Male Politiker beinahe gestolpert."

Das unterscheidet Österreich von einem echten Rechtsstaat. Auch die Tatsache, dass 37 Abfragen keine Auffälligkeit sein sollen, dass Minister, Landeshauptleute in Datenbanken herumwühlen, die sie in ihrer Funktion NICHTS angehen, allein sind Beweise genug für ein komplett verkommenes, kümmerliches Demokratieverständnis. "Gewaltentrennung" ist hierzulande definitiv ein Fremdwort, "politische Verantwortung" (bzw. deren Bedeutung) sowieso !!!

A. B.2
24.07.2008 15:34
trostlos!!!!

anscheinend hält wirklich halb österreich dieses 14jährige mädchen mit ihrer mutter für eine bedrohung.
dazu noch die div. hetzblätter, die tw.subventioniert, tw. gratis unters volk gebracht werden.
ein minister, der alle register zieht, um einer 14jährigen den aufenthalt zu verwehren sollte schon aus prinzip aus dem amt verjagt werden.
wo diese menschenverachtung hinführt, sollten auch die langsamen denker schön langsam kapieren.
und die ÖVP streut weiter hass und zwietracht.

jo eh
28.07.2008 22:42
arigona ist 16

bitte bei den fakten bleiben, auch wenn ihnen kleine details unwichtig erscheinen mögen.

Elio Ambrosi
 
24.07.2008 19:08
Platters Verhalten war unwürdig und indiskutabel

aber: die ÖVP streut keinen Hass und keine Zwietracht.
Nur handelnde Personen versuchen sich herauszuwinden
Platter verschwand als Minister, die neue Ministerin wird den Teufel tun und irgendeine Zogaj ausweisen.

theestube
24.07.2008 18:19
nicht so einfach..

das passiert aber offensichtlich nicht nur aus dem grund, weil platter einem 14-jährigen mädchen was böses will.

ganz objektiv betrachtet geht es nämlich um das signal, das vom innenministerium an die schubhäftlinge ausgesendet wird.

wer würde schließlich - sofern sie das selbst nicht wollen - "freiwillig" zurückkehren, wenn es andere schaffen, hier zu bleiben.

also gaaanz so simpel sind solche sachen nicht.. da gehts lange schon um mehr als nur die familie z.

roland-p
28.07.2008 20:43

Es ist natürlich nicht aus dem Grund, weil Platter einen 14-jährigen Mädchen was Böses will.

Es ist vielmehr aus dem Grund, weil Platter ein paar rechte Wählerstimmen will.

Heuschreck
29.07.2008 12:07

Dafür und für ein Signal opfert man auch gerne mal ein Familie. Das ist politische Instrumentalisierung von tragischen Einzelschicksalen, aber keine Asylpolitik.

Ich auch!
24.07.2008 16:19
Hetzblätter

Wobei das "Hetzblatt" tzö, namentlich deren Reporter Andi Lexer, einer der aktivsten Förderer und Pro-Arigona-Schreiber des Landes ist.

Was die ÖVP da macht, hat mit "Mitte" schon lange nichts mehr zu tun. Dort herrscht gähnende Leere. Ebenso wie links.

Beate Holzer
24.07.2008 12:30
Der Räuber Hotzenplotz
24.07.2008 23:17
sagen sie mal, ...

... unter wie vielen namen wollen sie den unterberger denn eigentlich noch hier reinposten?

Ich auch!
24.07.2008 16:22

nicht umsonst hat die Presse (!!) Unterberger als zu rechts rausgeschmissen.
Die ist übrigens seither von Fleischhackers Leitartikeln abgesehen wieder lesbar geworden.

Elio Ambrosi
 
24.07.2008 19:10
volle Zustimmung

cHL
24.07.2008 15:02

brrr. da rinnts einen kalt über den rücken ob solch einer geisteshaltung...

außerdem gehtz da eh nur darum der krone und den grünen (lol!!!) den schwarzen peter zuzuschieben...

PSL70
24.07.2008 14:48
ich mag die Wiener Zeitung.. :-)

Walter Angelli
24.07.2008 10:28
Hubert Ungeist
24.07.2008 10:13
Und woher hat Pilz diese Informationen?

Handelt es sich dabei wieder um Amtsmißbrauch?

Eva Meyer
27.07.2008 14:37
richtig, der Giftpilz greift nämlich selber gerne zu solchen Mitteln,

wenn es gilt "aufzudecken", natürlich nur, was den Grünen genehm ist bzw. gerade nutzt

bobby moore
24.07.2008 09:54
dateneinsicht

gibt es eigentlich eine möglichkeit in die, über sich selbst gepeicherten daten, einsicht zu nehmen , bzw. wer außer der polozei kann einsicht in diese daten nehmen (staatsanwaltschaft ?)

deadsoil
24.07.2008 14:13

die einzige möglichkeit ist ein strafregisterauszug, denn man beantragen kann und damit einsicht über seine gerichtlich abgeurteilten strafen hat. in den kpa, in die personenfahndung- information hat normalerweise nur die polizei einsicht. die staatsanwaltschaft hat darauf keine einsicht- außer dem strafregister. daten aus den oben genannten register werden jedoch bei einer strafrechtsanzeige gemeinsam mit dem auszug aus dem strafregister an das gericht übermittelt.

weiter lesen
24.07.2008 19:12

Über den kriminalpolizeiliche Aktenindex (KPA) sind schon mehrere Male Politiker beinahe gestolpert. In die Datenbank, in der die Polizei intern alles speichert, was jemals zur Aufklärung von Straftaten verwendet werden könnte...

Also sind in dieser Datenbank auch Vermutungen drin. Und das ist in dem Str. Register Zeugnis nicht zu sehen.

Wär wirklich interessant, was Daddy Staat so von mir hält.

(P.S. Hab mit 15 ein Fahrrad geklaut. Aussergerichtlicher Tatausgleich. Vielleicht bin ich nun schon in einem Raster ;-))

deadsoil
24.07.2008 20:25
kpa

das ist nicht richtig - im kpa werden anzeigen der polizei gespechert. wenn sie jemanden wegen eines strafrechtsdeliktes anzeigen, dann wird im kpa vermerkt, dass sie jemanden am/um/wegen angezeigt haben. mehr daten hält der kpa nicht bereit. nach einer gewissen zeit, die fristen kenne ich jetzt nicht genau, werden diese einträge auch wieder gelöscht. haben sie mit 15 ein fahrrad gestohlen, dann könnte diese tatsache, nicht die anzeige, rein theoretisch im kpa gespeichert sein. im kpa sind jedoch keine ausführlichen akteninhalte gespeichert.

Marlon62
24.07.2008 14:07
polozei

Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass sich ein Tippfehler eingeschlichen hat? Sie haben das "r" an 2. Stelle vergessen.

Walter Angelli
24.07.2008 11:01

Die Polozei gibt´s nur in Ebreichsdorf.
In Wien heisst das Prolozei (da heisst´s ja auch Hurngacher).

Quantum
24.07.2008 06:11
Da die Verwaltung im Interesse des Staates von uns Unterhalt bekommt, ist es sicher dass ein Minister glaubt er ist der Staat!

Ludwig XIV. meinte das auch.

Der Umgang mit Staatsrecourcen ist in Verantwortung der Obrigkeit, aber leicht zu missbrauchen.

Dass schon ein Wahlvorteil dafür genügt, zeigt, wie leicht manche zu Verbrechern würden.

Ich machte mir den Spass und besuchte das Polizeirevier um mein Leumundszeugnis abzufragen.

Das Fräulein verlangte meinen Ausweis und tippte die Daten ein.

So ein Fräulei im Amt kann das den ganzen Tag lang machen, wo ist für Politiker das Problem außer deren Charakter?

werner kohl1
24.07.2008 05:31
oh´ du mein österreich

da wird von allen seiten

gelogen
betrogen
gebogen
gestierlt
gefilzt

es mögen hoch leben der

der willi
der pühri
der platter
der pilz

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