Linz/Eberschwang - "Wir wollen diese Treffen von Ewiggestrigen bei uns nicht" , stellt Josef Bleckenwegner klar. Seit Jahren ärgern den SPÖ-Bürgermeister von Eberschwang (Bezirk Ried im Innkreis) Treffen deutscher und österreichischer SS-Veteranen in seinem Ort. Doch jetzt beugt man künftigen Treffen vor: Auf Vorschlag des Bürgermeisters hat sich der Gemeindevorstand einstimmig auf einen Beschluss geeinigt, rechtsextreme Zusammenkünfte zu verurteilen und "im Ernstfall alles Mögliche zu tun, um ihre Abhaltung im Ort zu verhindern" .
Netzwerk gegen Rechts
Natürlich wisse man, dass man auch mit dem gefassten Beschluss rein rechtlich nichts gegen die Veteranen-Treffen mache könne. Bleckenwenger: "Aber es ist ein klares Zeichen. Wir haben im Bezirk Ried leider immer wieder rechte Veranstaltungen und sehen unseren Beschluss jetzt eher als Startschuss für ein Netzwerk mit anderen Gemeinden und der Bezirkshauptmannschaft."
Warum sich die ehemaligen SS-Mitglieder ausgerechnet regelmäßig in Eberschwang treffen, ist auch dem Bürgermeister nicht klar. "Keine Ahnung. Aus historischer Sicht gibt es keine Anhaltspunkte. Aber es liegt sowieso in der Natur der Sache, dass die Treffen immer kleiner werden" , meint Bleckenwenger sarkastisch.
Das letzte "Eberschwanger Treffen" (dazu aufgerufen hat übrigens die Zeitschrift Der Freiwillige, die laut dem "Handbuch deutscher Rechtsextremismus" das "Weltbild der SS" propagiert) fand im Juni 2007 statt und führte zu massiven Protesten. Unter anderem forderten das Mauthausen Komitee Österreich ein Veranstaltungsverbot. Doch die Bezirkshauptmannschaft Ried und der Verfassungsschutz duldeten das Treffen und beschränkten sich auf Beobachtungen. Für Robert Eiter, Sprecher des oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, hat der Gemeinde-Beschluss Vorbildwirkung: "Bürgermeister und Gemeindevorstand von Eberschwang schauen nicht weg, sondern zeigen eine klare Haltung, die man sich überall wünschen würde." (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe, 23.7.2008)
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wenn die gemeinden sich zusammentun ist das ein erster schritt, denn rein rechtlich können sie ihnen vielleicht nicht verbieten ihre veranstaltungen dort abzuhalten aber keiner kann dem dorf verbieten die feuerschutzrechtlichen massnahmen zu überprüfen, die sicherheitsrechtlichen aspekte mit jedem verfügbaren polizist zu verteidigen und den rechten dort den spass zu ruinieren...
wieviel spass so ein treffen noch macht wenn man betrunken keine nazi-parolen rufen kann weil an jeder ecke ein polizist steht der österreichisches recht durchsetzt und jemanden dann sofort verhaftet...?
die rechte szene kann sich ja dann beim gemeinderat beschweren... hehe...
warum wundert mich das nicht?
aber ich bin mir auch nicht sicher, ob unsere (gesta?)polizei ehemalige ss-leute verhaften würde..
die im Dienst auch mal einen Spritzer trinken und sich mit dem "Volk" auch verstehen um einiges lieber, als die übergenauen, überkorrekten Ungustln, denen einer abgeht wenn sie mal wieder strafen dürfen...
und auch wenns noch so eine Lappalie ist.
leider zustimmen.
das dürfte zum Teil wirklich am land liegen.
Ein Market. Prof. hat uns einmal auf der uni gesagt - Österreich ist eine Wüste was Kundenfreundlichkeit betrifft - kein Vergleich zu anderen Ländern...
Das zieht sich wohl quer durch alle Berufsgruppen und liegt sicher auch an der Raunzer oder Grantlermentalität.
Wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen.
tja auf grantige, motzende Cops reagiere ich in der Regel auch allergisch ...
insofern...
da müssma halt durch - dafür hamma andere Vorteile wie soz. und Umweltstandards in diesem Land.
;-)
Vielleicht ist es ja auf meine geringe Lebenserfahrung zurückzuführen doch mich ärgern manche Dinge schon lange.
Weshalb gelten Verbote immer nur für die Verlierer? Weshalb wird ein Karazic verhaftet und Führer der Kosovoalbaner und Bosniaken die Hinrichtungen an Serben beteiligt waren, sogar in den Haag freigesprochen? (selbst unter Richtern sehr umstritten?)
Weshalb werden nachgewiesene Kriegsverbrechen der Aliierten im WK II nicht gerichtlich aufgearbeitet?
Darf ich Frankreich und Bayern klagen weil einer meiner Vorfahren im Tiroler Freiheitskampf erschlagen wurde?
Oder gilt Wiedergutmachung für die ganze Welt ausgenommen man wurde in den Jahren 1938 - 45 nicht verfolgt?
Wissen Sie, warum so etwas verboten werden MUSS. nicht erst nach 63 Jahren in Eberschwang?
Hätte AH diesen verrückten Krieg "gewonnen" (Ein Krieg ist nie ein Spiel, daher setze ich das Wort unter Gänsefüßchen!), so wären Sie wohl irgendwo am Limes der Diktatur Soldat und "dürften" ja müssten das Menschen verachtende Gedankengut weiter denken und verbreiten.
Würde Ihnen das gefallen? Auf Ihrem Gürtelschloss würde dann ein dumpfer Sinnspruch stehen, der besser zu einem scharfen deutschen Schäferhund als zu einem denkenden Individuum passen würde.
Aber sie wären dann ja auch kein Individuum, sondern ein Rädchen in einer Vernichtungsmaschine.
Haben Sie das verstanden?
Aber 'Gut' und 'Böse' vermischen sich oft wie der Gspritzte beim Heurigen und man weiß gar nicht, was überwiegt.
Gedankenexperiment: sagen wir einmal Adolf hätte den Krieg gewonnen und Winston Churchill u.a. wären zum Tode verurteilt worden... würde Ihnen so eine Welt besser gefallen?
Eine hasserfüllte, todessehnsüchtige, selbstzerstörerische Diktatur bei uns? Stellen sie sich bitte die Hitparade vor: ausschließlich volksdümmliches!
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