Fünfeinhalb Jahre Haft für Bin Ladens Chauffeur

7. August 2008, 22:19
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Tribunal in Guantanamo bleibt deutlich unter Forderung der Anklage - Soll auch nach Verbüßung der Strafe in Guantanamo bleiben

Guantanamo - Ein US-Militärtribunal in Guantanamo hat gegen den früheren Fahrer von Osama bin Laden eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verhängt. Nach eintägigen Beratungen einigte sich die Jury in dem US-Gefangenenlager am Donnerstag auf das Strafmaß gegen Salim Hamdan, der bereits am Vortag der Beihilfe zum Terrorismus für schuldig befunden worden war.

Mit der Strafe blieb das Tribunal deutlich unter der Forderung der Anklage, die mindestens 30 Jahre gefordert hatte. Mit dem Urteil dürfte Hamdans Strafe in etwa fünf Monaten abgebüßt sein, da das Gericht fünf Jahre und einen Monat seiner seit 2002 währenden Inhaftierung in Guantanamo anrechnete.

Bleibt nach Haftstrafe in Guantanamo

Der ehemalige Fahrer des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden soll offenbar auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba verbleiben. Unabhängig vom Urteil eines Militärtribunals gelte Salim Hamdan weiterhin als "feindlicher Kämpfer", sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag. Ob er immer noch eine Bedrohung darstelle oder freikommen könne, müsse der zuständige Ausschuss bei seiner jährlichen Überprüfung entscheiden.

"Traurig zu sehen"

Die Strafzumessung gegen den Jemeniten Hamdan hatte nach dem Schuldspruch vom Mittwoch zunächst noch ausgestanden. Vor den letzten Beratungen der Jury hatte sich Hamdan am Donnerstag für seine Dienste im Terrornetzwerk Al Kaida entschuldigt und die Geschworenen um Milde gebeten. "Es war so traurig zu sehen, dass unschuldige Menschen getötet wurden", sagte er im Verhandlungssaal. "Ich entschuldige mich persönlich bei all jenen, denen durch mich möglicherweise Leid zugefügt wurde."

Er sei im Dienst der Al Kaida in Afghanistan gelandet, weil er in seinem Heimatland Jemen keine angemessene Arbeit gefunden habe, sagte Hamdan weiter. Als er erfahren habe, dass Bin Laden hinter Terroranschlägen stecke, habe ein Umdenken eingesetzt. "Danach hat sich die Art und Weise, wie ich Bin Laden sah, natürlich sehr geändert", versicherte Hamdan. Er schloss seine Ausführungen mit einer abermaligen Entschuldigung an die Terroropfer.

"Feindliche Kämpfer"

Militärankläger John Murphy hatte die Geschworenen in seinem Plädoyer hingegen aufgefordert, eine harte Strafe zu verhängen. "Angesichts der Fakten in diesem Fall sollten Sie die Möglichkeit lebenslanger Haft erwägen", sagte er zur Jury. Er halte eine Strafe von "nicht weniger als 30 Jahren" für angemessen.

Ob Hamdan in wenigen Monaten nach Ablauf seiner Strafe tatsächlich freikommt, war zunächst noch unklar. Am Dienstag hatte das Pentagon angekündigt, Guantanamo-Insassen unabhängig von den Urteilen der Militärjustiz auf unbestimmte Zeit in Gewahrsam zu halten, wenn sie als "feindliche Kämpfer" anzusehen seien und eine "Gefahr für die Welt" darstellten.

Hamdan war am Mittwoch der Beihilfe zum Terrorismus schuldig gesprochen worden. Den schwerer wiegenden Vorwurf der Verschwörung hatte die Jury aber nicht als erwiesen angesehen. Das Strafmaß wird in dem Gericht unabhängig vom Schuldspruch festgelegt. Hamdans Verteidiger hatten am Mittwoch angekündigt, gegen den Schuldspruch in Berufung zu gehen. (APA/AP)

 

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    Salim Hamdan wurde schuldig gesprochen

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    Das "Camp Justice" in Guantánamo ist eigens für die Militärverfahren gegen die Insassen eingerichtet worden.

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