"Linksprojekt" will bei Wahl kandidieren

19. Juli 2008, 17:27

Entscheidung fiel bei bundesweiter Tagung in Wien - Spitzenkandidat noch offen

Wien - Die Vertreter des "Linksprojektes" haben am Samstag grundsätzlich entschieden, eine Kandidatur bei der Nationalratswahl im Herbst anzustreben. Das erklärte Hermann Dworczak, Aktivist des österreichischen Sozialforums, am Samstagnachmittag. Mehr als 100 Teilnehmer hätten an der zweiten bundesweiten Tagung des Linksprojektes teilgenommen. 87 Teilnehmer hatten sich für eine Kandidatur ausgesprochen, sieben waren dagegen und zwei enthielten sich ihrer Stimme, so Dworczak.

Über einen Spitzenkandidaten gab es noch keine Entscheidung. Zunächst müsse das inhaltliche und organisatorische geklärt werden, sagte Dworczak. Die überwiegende Mehrheit der Tagungsteilnehmer sei jedenfalls der Meinung, dass man nicht nach den "ganz großen Superbekannten" Ausschau halten solle. Es gebe auch aus der Bewegung heraus den "einen oder anderen" möglichen Kandidaten.

Optimismus bei Unterstützungserklärungen

Optimistisch äußerte sich Dworczak betreffend den für eine Kandidatur notwendigen 2.600 Unterstützungserklärungen: Der Tenor sei gewesen, man schaffe das "locker". Am späteren Nachmittag und Abend wollte man noch über die Programmatik debattieren. Außerdem sollte überlegt werden, in welchen Bundesländern ein Antreten möglich ist. Grundsätzlich werde man sich gegen Privatisierung öffentlicher Dienste und für eine starke Lohnpolitik einsetzen. Man werde dann mit "10, 15, 20 Punkten" in den Wahlkampf ziehen, weitere Weichenstellungen werde es erst nach der Wahl im November geben. (APA)

 

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Informationen zur LINKE Kanditatur

sowie weitere Termine unter www.linkewaehlen.at

"Zunächst müsse das inhaltliche und organisatorische geklärt werden, sagte Dworczak."



Das wird lustig.


Ich erwarte den ersten Crash beim "inhaltlichen".




Wer in Österreich wählt denn bitte links?

Die urbane Mittelschicht ist grün, Bauern schwarz, Hackler rot&blaun, und eine Handvoll Studenten und Randgruppenspinner wird sicher keine Mandate reißen.

Studenten wählen meist wohl ÖVP oder Grün, oder SPÖ, je nach Herkunft

Sehr viele "Hackler", und auch nicht wenige der von Ihnen zitierten "urbanen Mittelschicht" hingegen sind von der aktuellen Politik, die ihren Interessen stark zuwiderläuft, sehr enttäuscht. Traditionell waren sie fast immer SP-Wähler, und natürlich gibt es welche, die sich der FPÖ zuwenden, aber sehr viele bleiben einfach daheim, wählen nicht und ziehen sich zurück, weil sie sich nicht mehr in Politik wiederfinden.

Wenn sie die ersten Anti-Sparpaket und die vor allem die ersten Anti-Schwarz/blau Demos erlebt haben (nicht die späteren!), dann haben Sie dort sehr viele Leute gesehen, die sonst nie auf Demos kommen würden. Durchaus ein Symbol für eine vorhandene Zielgruppe.

Ein Potential ist durchaus vorhanden, wenn man es ansprechen kann.

ich kenne grüne

die sich was linkeres wünschen!

Soso.

Österreich besteht also zu 15% aus "urbaner Mittelschicht", und zu gleichen Teilen (nämlich je etwa 35%) aus Arbeitern und Bauern.

Interessant.

nur

dastehen und sich die hände reiben und auf den ersten crash warten bringt unsere gesellschaft auch nicht weiter

Was willst sonst machen? Die Spinner unterstützen? Oder einfach einen Teil davon einsperren, zB die AIK, die ja reichlich Gründe gäbe, wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocaust die Staatsanwaltschaft einzuschalten? Bevor ich solches Gesindel wähl, geh ich ja noch eher zu den Kummerln.

Hier noch einmal alle Gründe warum sich die KPÖ nicht an diesem "Linkspojekt" beteiligt:

http://www.kpoe.at/home/anze... siken.html

nachvollziehbare begründung

sehe das sehr ähnlich

Ich auch - danke an Volksstimmen für den Hinweis!

Und auch Ihnen, alterdepp, möchte ich in dem, was Sie weiter unten schreiben, vollinhaltlich zustimmen:

Eine ziemlich windige Tageszeitung darf sich ganz "Österreich" nennen. Also darf sich auch dieses Projekt oder diese Partei "Linke" nennen - o.k., o.k.
Das Begriffsetikett wird ja nicht die Ursache dafür sein, dass sich die Linke in Österreich in Zukunft in ArbeiterInnenstandpunkt, Linkswende, AIK und derartigen Vögeln erschöpft, aber es ist Symptom, und das tut mir weh: Eine "Linke", die sich von der zufälligen Ausrufung eines Wahltermins zusammen schweißen lassen will und sich allein davon Akzeptanz und Gestaltungsmacht erhofft.
Marx, Lenin und Trotzki hätten gelacht.

gute gründe/programm/el

gibt es dafür und dagegen, denke ich. wichtig, dass sie im wahlkampf die fronten nicht verhärten! schade!

zum programm:
richtig: beim 2. linken ratschlag wurde nie auf das manifest der el verwiesen oder darüber gesprochen. auch der text der lsr ist eben der text der lsr, nicht mehr und nicht weniger. auch die lsr hat keinen alleinanspruch auf die bewegung "linke".
die OFFENE wahlplattform "linke" ist eine offene bewegung, und da haben auch leute platz, die mit dem manifest der el was anfangen können.

Die KPÖ schätzt wie immer die Lage nicht ganz richtig ein

Und sie legen die Latte gleich viel zu hoch. Sie wollten gleich von Anfang an dastehen wie die Linkspartei in Deutschland, kommt mir vor. So einfach ist das wohl nicht.

Ich finde es schade, das die KPÖ sich in ein solches Projekt einzuordnen will. Es wäre nicht nur eine wichtige Verstärkung gewesen, und es hätte auch 2 parallele linke Kandidaturen verhindert.

Ist ja gut...

Meines Erachtens sitzt die KPÖ hier einem verzerrten Bild von der Realität auf, das darauf beruht, sich selbst traditionell zu wichtig zu nehmen. Im Bündnis Linke befinden sich einige Organisationen, die weit unterschätzt werden (etwa die ATIGF, ein Zusammenschluß türkischer und kurdischer KolegInnen, in 6 Bundesländern aktiv) und, noch viel wichtiger, viele Parteiungebundene, denen es "reicht".
Aber es ist auch kein großes Unglück, wenn es zwei linke Angebote auf dem Stimmzettel gibt, das Potential an WählerInnen, die eine Alternative suchen, ist so groß, dass es auch die zwei Listen (leider) nicht erschließen werden können.

Die "AIK" ist auch mit von der Partie

Googelt man zum Suchbegriff "AIK" packt einem Übelkeit und blankes Entsetzen. Ist das "Linksprojekt" jetzt also noch ein Linksprojekt, oder nicht vielmehr bereits ein Rechtsprojekt?

Antisemitische Spinner gibt es in der linken Szene gar nicht so wenige; in Berlin finden am 1. Mai ZWEI Demos statt (eine von der so genannten "Nationalen Linken" gemeinsam mit arabischen Schlägerbanden; eine von den so genannten Antideutschen gemeinsam mit linksextremen Israelis.) Zudem arbeiten Neonazis - darunter auch die seltsame Politsekte des Ku-Klux-Klan-Financiers Lyndon LaRouche - gezielt daran, mit pseudolinken Tarngruppen ihren Hass auf alles Jüdische auch in der linksautonomen Szene zu verbreiten.

ich seh das so:

die haben derzeit zwar die lauteste stimme, haben aber keinen alleinvertretungsanspruch.
"linke" sind ein ganz offenes wahlbündnis.

es ist nichts dagegen zu sagen, wenn sich ein paar trotzkistische splittergruppen und die handvoll stalinisten von der ki mit den wirrköpfen der aik zu einer wahlgemeinschaft zusammenfinden.
ärgerlich ist, lediglich der etikettenschwindel. das ist kein breit angelegtes linksprojekt, das wär es auch unter einschluss der kpö nicht, und daraus kann kein breites linksprojekt werden. wenn ein vertreter der atigf einfordert, nur ja nicht auf die unterscheidung von revolutionären und reformisten zu vergessen, sieht man wohin der hase läuft: von einem eck des linken ghettos ins andere.

Wer Reformisten wählen will, hat ja ohnehin ein breites Angebot: SPÖ. Grüne, tw. KPÖ. Warum mehr vom selben?
Ausserdem nur eines: Argumente werden auch nicht besser, wenn man ständig mit Begriffen wie "Trotzkisten" und "Stalinisten" herumwirft. Die Beteiligten wissen schon um ihre Stärken, Schwächen und Differenzen und treten trotzdem gemeinsam an. Das ist das neue daran, das vielleicht schwer zu verstehen ist, wenn man sich aus den altbackenen Schablonen nicht lösen kann.

so

sehe ich das auch.
bevor man alle pauschal abkanzelt, sollte man sich ein bisschen damit beschäftigen.

Dieses Versuchsprojekt

erscheint mir eher so eine Art Hysterikerselbsthilfegruppe zu sein.

Nun ja, nach der Performance dieser großkoalitionären Laientruppe (grundsätzlich nix gegen Laien) erscheint eine gewisse "Hysterie" durchaus verständlich, wenn nicht sogar angebracht.

Die österreichische Politik befindet sich, wie ich glaube, in einer Phase, in der politische Alternativen dringend erforderlich sind.
Wenn also Ihre "Hysterikerselbsthilfegruppe" brauchbare Vorschläge parat hat, dann sollte man sich mit diesen sachlich auseinandersetzen und nicht
einfach pauschal die ganze Truppe beschimpfen.

Sonst werden wir nach der Wahl wieder mit der großen Koalition "bestraft".

mfg

H.M.

Lustig. Gerhard Schwarz scheint keine Argumente zu haben, sondern lieber auf Schimpfworte zu setzen. Aber jeder nach seiner Facon.

Auch fleißiges Bewerten ersetzt keine Argumente.

Hab seit gestern aus Zeitmangel (Arbeit) weder argumentiert noch bewertet. Hole es bald nach.

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