Frauenthemen bei
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19. Februar 2003, 12:42
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Heute: Diskussion zum Kaiserschnittboom in Österreich - Und: Neue Bilder der Frauenarmut

Geburt auf Bestellung

Barbara Stöckls "help tv" befasst sich am Mittwoch, dem 19. Februar, um 20.15 Uhr in ORF 2 unter anderem mit der Diskussion um Für und Wider der Kaiserschnittgeburt.

Geburt auf Bestellung - Eine Pro-und-Kontra-Diskussion zum Kaiserschnittboom in Österreich: Gebären ohne Angst? Geburt ohne Schmerzen? Kind nach Terminkalender? Nicht immer sind es medizinische Notwendigkeiten, die eine natürliche Geburt verhindern. Angst vor endlosen Wehen, möglichen Komplikationen und Erschöpfung, aber zunehmend auch ein eng verplanter Terminkalender machen dem herkömmlichen Geburtsvorgang Konkurrenz. Kaiserschnitt nach Wunsch - die wachsenden technischen Möglichkeiten der Schnittentbindung machen die operative Geburt immer attraktiver. Im Laufe der Zeit hat sich der Kaiserschnitt vom lebensgefährlichen zu einem relativ sicheren Eingriff gewandelt.

Dabei werden Bauchhöhle und Gebärmutter in Vollnarkose oder auch unter örtlicher Betäubung aufgeschnitten und das Kind ohne Wehen und Schmerzen entbunden. Ein neuartiges schonendes Verfahren, bei dem die Gewebeschichten nicht mit dem Messer durchtrennt, sondern nur leicht eingeschnitten und dann gedehnt werden, verkürzt den Eingriff und beschleunigt den Heilungsprozess. Nach wenigen Tagen schon können Mutter und Kind das Krankenhaus wieder verlassen. Besonders diese neue Methode hat den Wunsch vieler Frauen nach einem stress- und schmerzfreien Geburtsmanagement geweckt, auch wenn keine medizinische Indikationen vorliegen. Dennoch sollte die Kaiserschnittentbindung immer sorgfältig abgewogen werden, da sie für die Mutter ein drei bis vier Mal größeres Risiko bedeutet als eine vaginale Entbindung.

Der Kaiserschnitt auf Wunsch hat zu einer heftigen Diskussion auch unter ExpertInnen geführt. Was ist das Beste für das Kind? Was für die Mutter? Welche Folgen kann es geben und was ist zu beachten?

Neue Armut in Österreich: Immer mehr Frauen landen auf der Straße:

Obdachlosigkeit hat ein Gesicht. Und ein Klischeebild. Wer an Sandler denkt, denkt an männlich, alt, heruntergekommen. Niemand denkt dabei an Frauen. Und das hat auch einen Grund, denn Frauenobdachlosigkeit ist oft "unsichtbar". "Versteckte Wohnungslosigkeit" heißt das Phänomen und erklärt sich dadurch, dass Frauen meist ein weit verzweigtes soziales Auffangnetz haben - Freunde, Bekannte, bei denen sie kurzfristig Unterkunft finden, sich waschen können und etwas zu essen bekommen, bevor sie dann doch auf der Straße landen. Obdachlosigkeit von Frauen ist im Steigen: Von jenen Menschen, die in Heimen und bei offiziellen Stellen um Hilfe ansuchen, sind 63 Prozent Frauen, also mehr als die Hälfte! Wohin aber mit diesen Menschen ohne feste Bleibe? Allein in Wien sind 5.000 bis 10.000 Leute obdachlos, die Dunkelziffer ist weit höher. 3.000 Schlafplätze stehen zur Verfügung, der Rest übernachtet auf der Parkbank.

Und das auch im Winter. Dabei haben diese Menschen durchaus unterschiedliche Biografien. Brigitta Kocmata ist fünffache Mutter, war verheiratet, Hausfrau und lebte in geordneten Verhältnissen, bis ihr Mann starb. Der Tod und große Schulden trieben sie in die Krisenspirale. Erst wurde das Haus versteigert und dann ging's nur noch bergab. Sie verlor alles und lebte einen Sommer lang auf der Donauinsel. Monika Wagner hingegen ist ein typischeres Schicksal. Mit 15 wurde sie Mutter, fand keinen Job, wurde zum sozialen Härtefall und lebte drei Jahre lang auf der Straße. Obdachlose Frauen sind kein Einzelschicksal. In Übergangsheimen der Caritas finden sie eine Bleibe auf Zeit. Seit kurzem gibt es ein Frauentageszentrum, eine private ehrenamtliche Einrichtung, die Betroffenen die Möglichkeit gibt, sich für Stunden auszuruhen, sich zu waschen und unter sich zu sein. Wohnungslosigkeit unter Frauen ist für die Frauen selbst ein Tabu - im Frauentageszentrum können sie ihre spezifischen Bedürfnisse austauschen (die meisten Einrichtungen für Obdachlose sind männerdominiert!) und lernen, dass es keine Schande ist, in dieser Notsituation zu sein und Hilfe anzunehmen. Ein wichtiger Schritt gegen die Armut und die Unsichtbarkeit - derartige Einrichtungen machen obdachlose Frauen sichtbar und geben ihnen Mut, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. (Ank./red)

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ORF2 20:15
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