Berlusconi will USA "nicht allein lassen"

19. Februar 2003, 11:56
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Italienischer Regierungschef beklagt "große Uneinigkeiten" in der EU über Irak-Krise

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Mittwoch in einer Rede vor dem Senat den USA die Treue seines Kabinetts in der Irak-Krise bestätigt. "Wir werden die USA in ihrem Einsatz gegen die Massenvernichtungswaffen nicht allein lassen. Die Vereinigten Staaten dürfen nicht isoliert bleiben", sagte Berlusconi. "Eine sofortige und totale Zusammenarbeit des irakischen Regimes zur Entwaffnung ist absolut notwendig, andernfalls drohen Bagdad gravierende Folgen. Darüber sollte es zwischen alten Verbündeten keine Missverständnisse geben", meinte der Regierungschef.

Der Regierungschef bestätigte, dass es in der EU zu großer Uneinigkeit über den Irak-Konflikt gekommen sei, die nun teilweise bewältigt worden sei. Die Position einiger EU-Länder sei von den USA als "nationaler Egoismus" bewertet worden, sagte Berlusconi, der in den vergangenen Tagen öfters mit US-Präsident George W. Bush gesprochen hatte.

Laut Berlusconi ist der Krieg nicht unvermeidbar. "Alle, auch Bush, hoffen, dass es mit friedlichen Mitteln zu einer Irak-Entwaffnung kommen wird. Es gibt noch Zeit, um einen Angriff zu vermeiden. Die Probleme könne man jedoch nicht lösen, indem man mehr Inspektoren in den Irak schicke, oder ihnen mehr Zeit für die Inspektionen lasse.

Berlusconi zeigte Verständnis für die Millionen von Menschen, die in Rom am Samstag für den Frieden demonstriert hatten. "Die Öffentlichkeit ist besorgt, das ist legitim. Doch die Sorge hilft nicht, die Probleme zu lösen", meinte der Ministerpräsident, der am Dienstag UNO-Generalsekretär Kofi Annan getroffen hatte.(APA)

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