Hallali auf Raubkopien in Österreich

19. Februar 2003, 22:50
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Kampagne soll illegale Software in Unternehmen reduzieren - 43,3 Millionen Euro Schaden durch Raubkopien

Auch wenn der Schaden durch Raubkopien bei Software in Österreichs Unternehmen rückläufig ist, dürfte noch immer jedes dritte Programm illegal installiert worden sein. Der jährliche Schaden wird auf 43,3 Mio. Euro (2001) geschätzt. Mit einer eigenen Website (www.schonfrist.at) führt die Business Software Alliance (BSA) nun eine Aufklärungskampagne in Österreich durch, als nächstes Bundesland ist Salzburg an der Reihe.

"Gehen Sie auf Nummer sicher"

Mit dem Aufruf "Sind Sie sicher, dass ihre Software legal ist? Gehen Sie auf Nummer sicher! Sie haben noch 30 Tage Zeit!" startet am kommenden Montag im gesamten Bundesland Salzburg die Aktion der BSA. "Diese Kampagne soll zur Aufklärung und Information der Unternehmer in Salzburg dienen. Vielen Firmeninhabern ist nach wie vor nicht klar, welche Risiken sie eingehen, wenn sie in ihrer Firma illegale Software dulden oder sogar fördern", so Georg Herrnleben, BSA-Regionalmanager für Zentraleuropa.

Softwarelizenzen nachkaufen

Bis 25. März 2003 haben die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Softwareprogramme zu überprüfen und fehlende Softwarelizenzen nachzukaufen. Dazu kann man sich auf der eigens eingerichteten Website www.schonfrist.at registrieren. Innerhalb dieser "Schonfrist" garantiert die BSA, keinerlei rechtliche Schritte gegen registrierte Unternehmen einzuleiten.

Österreich ist anders

Entgegen dem europäischen Trend geht die Software-Piraterie in Österreich zurück. Der Anteil von illegal genutzter Standardsoftware in österreichischen Unternehmen sank 2001 von 37 auf 33 Prozent. Auch der Schaden durch Raubkopien ging von 79,6 auf 43,3 Mio. Euro zurück. Weltweit stieg hingegen die Raubkopie-Rate von 37 auf 40 Prozent, in Westeuropa von 34 auf 37 Prozent. Der weltweite Schaden betrug im Vorjahr laut BSA, die sich dabei auf Untersuchungen des Marktforschungsinstitutes IPR beruft, knapp 11,7 Mrd. Euro.

Intensive Aufklärungsarbeit

Den Rückgang der Software-Piraterie in Österreich führt Herrnleben auf die intensive Aufklärungsarbeit zurück. Und auch auf die hohen angedrohten Strafen. So musste ein Handelsunternehmen aus Salzburg wegen des Einsatzes illegaler Software im Juni 2002 einen Vergleich in der Höhe von 74.000 Euro unterzeichnen. (APA)

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