Neun Schlangen im Schloss

19. Februar 2003, 10:12
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Schönbrunner Mieter hielt acht hochgiftige Klapperschlangen und eine Hornviper illegal

Wien - Mit Schlangen in Schönbrunn muss man ja rechnen, wenn man sich ins Zoogelände begibt. Dass allerdings gleich acht hochgiftige Klapperschlangen und eine Hornviper direkt im Schlossgebäude ihr Quartier hatten, klingt doch unglaublich.

Ein Privatmieter im Schloss Schönbrunn hat die Tiere illegal in seiner Wohnung gehalten, hieß es in einer Aussendung des Rathauses. Er habe aber die Tiere artgerecht im Terrarium gehabt und sie gut gefüttert. Import und Haltung solcher Tiere sind laut Wiener Tierhaltesetz verboten. Der Schlangenbesitzer wurde angezeigt, es droht eine Verwaltungsstrafe.

In den Zoo

Die neun Schlangen werden nun im Schönbrunner Zoo versorgt. Bei derart giftigen Schlangen sei die Pflege aufwändig, weil immer zwei Tierpfleger aus Sicherheitsgründen anwesend sein müssen, erklärte eine Sprecherin.

Immer wieder werden exotische Tiere ins Land geschmuggelt. Der Schönbrunner Tiergarten dient immer wieder als Auffanglager, die Anstaltsleitung klagt bereits über Platzmangel. Liebhaber exotischer Tiere würden meist unterschätzen, was es heißt, eine Schlange oder ein Krokodil als Haustier zu haben. Experten raten daher dringend von solchen Mitbringseln ab - auch im Sinne der Tiere, die nicht an unser Klima gewöhnt sind.

Für Aufsehen sorgte im Sommer 2001 ein Kaiman. Das Tier, eine Alligatorenart, wurde von einem Feuerwehrmann aus dem Donaukanal geholt, dann Florian getauft. Er ist vermutlich von seinem Besitzer ausgesetzt worden. Heute lebt Florian im Zoo in Luxemburg. (aw, DER STANDARD Printausgabe 19.2.2003)

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