Venezuela: Regierung und Opposition unterzeichnen Friedensaufruf

19. Februar 2003, 11:22
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Verzicht auf "verbale Maßlosigkeit und jede Art von Gewalt fördernder Rhetorik"

Caracas - Nach monatelangen Protesten in Venezuela haben die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition erstmals zu einem greifbaren Ergebnis geführt. Vertreter beider Seiten unterzeichneten am Dienstag (Ortszeit) vor laufenden Fernsehkameras einen Aufruf zur Beendigung der Gewalt, der unter Vermittlung des Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Cesar Gaviria, ausgehandelt worden war. Die Sieben-Punkte-Erklärung fordert den Verzicht auf "verbale Maßlosigkeit, gegenseitige Anschuldigungen, verletzende Äußerungen und jede Art von Gewalt fördernder Rhetorik".

Die Medien in dem südamerikanischen Land werden aufgerufen, "im Geiste von Frieden und Toleranz" zu berichten. Nach der Unterzeichnung sagte der Chefunterhändler der Regierung, Vize-Präsident Carlos Rangel, die Erklärung sei eine Grundlage für eine friedliche Beilegung der Krise.

OAS-Generalsekretär Gaviria vermittelt seit November zwischen der Regierung des umstrittenen Präsidenten Hugo Chávez und der Opposition, die den Rücktritt des Staatschefs und Neuwahlen fordert. Nach 63 Tagen war vor zwei Wochen ein Generalstreik beendet worden, der die Wirtschaft des Erdölförderlandes schwer getroffen hatte. Während des Streiks waren die Ölausfuhren des fünftgrößten Erdölexporteurs der Erde auf ein Viertel der normalen Menge geschrumpft. (APA)

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