Wiener SP geht auf Tunnel-Klausur

18. Februar 2003, 21:01
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Lobau und U-Bahn: Bei der SP-Klubklausur wird diskutiert, ob die vom Bezirk geforderte Verlängerung der U6 gebaut werden soll

Wien - Die Diskussion war schon vor genau einem Jahr geführt worden - und soll nun bei der Klausur des Wiener SP-Klubs ab Donnerstag endlich abgeschlossen werden: Bekommt der Norden Floridsdorfs eine U-Bahn - oder doch "nur" eine Schnellstraßenbahn. Montagabend war Planungsstadtrat Rudolf Schicker noch einmal bei der SP Floridsdorf, um zu diskutieren, ob die U6 bis Stammersdorf verlängert - oder doch die Straßenbahnlinie 31 ausgebaut wird.

Die Tendenz gehe eher zur Verlängerung der U6 hieß es am Dienstag im Büro Schicker - mit einem Nachsatz: "sofern sich das finanzieren lässt". Wie der Wiener SP-Klubobmann Christian Oxonitsch im STANDARD-Gespräch weiter erklärte, soll bei diesen Beratungen auch der gesamte öffentliche Verkehr in Transdanubien diskutiert werden - insbesondere auch was die Errichtung neuer tangentialer Straßenbahnlinien betrifft.

Der Lobau-Tunnel

Dazu kommt der erwartete Beschluss der SP für die Trasse Nordostumfahrung für den Individualverkehr. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich die Wiener SP für eine unterirdische Donauquerung und einen Tunnel unter der Lobau aussprechen. Die favorisierte Trasse quert beim Hafen Albern die Donau, führt schräg durch das Tanklager, unterquert den Nationalpark an seiner schmalsten, nur einen Kilometer breiten, Stelle. Grundlage für diese Entscheidung ist das Ergebnis der strategischen Umweltprüfung für den Nordosten Wiens.

Klubobmann Oxonitsch über die weiteren Punkte, die bei der Klubklausur auf dem Programm stehen:

  • Wohnbau: Es soll diskutiert werden, ob die derzeitige Förderung von 5000 Neubauwohnungen pro Jahr in Kombination mit der forcierten Stadterneuerung weiter ausreicht. Grundlage sind Untersuchungen über die möglichen Auswirkungen der EU-Erweiterung. Oxonitsch: "Klar ist, dass wir die 5000 mindestens halten werden müssen."

  • Wirtschaft: Es soll der Entwurf einer Wiener Stellungnahme zu den derzeit laufenden Verhandlungen zum grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen (GATS) erarbeitet werden.

  • Gesundheit: Zur Diskussion über das Thema "Spitzenmedizin und soziale Verantwortung" wurde eine Expertenrunde eingeladen. Hier werden kaum substanzielle Entscheidungen erwartet.

  • Soziales: Angesichts der zunehmenden Überalterung der Wiener Bevölkerung sollen die Weichen für eine Anpassung der Pflegedienste, Betreuung und Versorgungssicherheit gestellt werden.

  • Umwelt: Freitag wird dann am späteren Nachmittag Umweltstadträtin Isabella Kossina nicht wie im vergangenen Jahr über das Blumen pflücken in Wien berichten - sondern zum Thema "Das Jahr des Wassers" referieren. (Roman Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 19.2.2003)

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