"Die Blendung" wurde Hörspiel des Jahres 2002

19. Februar 2003, 11:36
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Gundula Rapsch Schauspielerin des Jahres

Wien - Bei der "Langen Nacht des Hörspiels" im Wiener RadioKulturhaus am Dienstag wurde auch das Ergebnis der vom ORF zum zehnten Mal durchgeführten Publikumswahl zum "Hörspiel des Jahres" bekannt gegeben: Das Rennen machte Helmut Peschinas Bearbeitung des Romans "Die Blendung" von Elias Canetti (Regie: Robert Matejka). Das Sieger-Hörspiel wird am kommenden Samstag (22.2) um 14 Uhr auf Ö1 wiederholt. Wolf Haas, Sieger der Jahre 1999 und 2000, erreichte mit "Komm, süßer Tod" (Hörspielfassung und Regie: Götz Fritsch) Platz zwei. Als "Schauspielerin des Jahres 2002" wurde Gundula Rapsch geehrt, die Laudatio hielt der Schauspieler Bernhard Schir.

Keine Geräuschkulisse

"Die Blendung", in deren Mittelpunkt der weltfremde Sinologe Peter Kien steht, der am Ende seine gewaltige Bibliothek anzündet, wurde vom ORF mit NDR/DLR-Berlin/BR koproduziert. Die Produktion, in der u.a. Peter Simonischek und Libgart Schwarz zu hören sind, wurde in Deutschland bereits von der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum "Hörspiel des Monats" Oktober 2002 gewählt. "Robert Matejka verzichtet auf jegliche Geräuschkulisse und lässt die Figuren gleichsam im luftleeren Raum agieren. Die zahlreichen Dialogszenen gewinnen dabei zunehmend an Absurdität, die wiederum durch die zumeist atonalen Klanggebilde des Ensembles um den Komponisten Max Nagl verstärkt wird", hieß es damals in der Begründung.

Die Plätze drei bis fünf bei der Publikumswahl belegten die Hörspiele "Zu Fuß über die Alpen" von Margit Schreiner, "Niemand hat es gesehen" von Monika Helfer und "Odysseus kommt früh" von Irene Prugger. Ebenfalls unter die Top Ten gelangten Hörspiele von Erwin Riess, Werner Kofler, Margret Kreidl, Elisabeth Wäger und Paul Auster.

Hörspiel-"Schauspielerin des Jahres"

Die gebürtige Deutsche Gundula Rapsch (40) wurde für ihren Einsatz im österreichischen Hörspiel ausgezeichnet. Sie widmet sich vor allem schwierigen Texten mit hohem literarischen Anspruch wie etwa Barbara Frischmuths "Iris Elegantissima" oder Eberhard Petschinkas "Casanova Matador". Eine Fachjury, bestehend aus Regisseurinnen und Regisseuren des ORF-Hörspiels, wählte sie zur "Schauspielerin des Jahres 2002" im Bereich Hörspiel. In den Jahren zuvor erhielten diese Auszeichnung Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller und Wolfram Berger.

(APA)

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