Betrug bei Schadstoffmessungen

18. Februar 2003, 20:26
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Lkw-Hersteller sollen Messung von Schadstoff Emissionen manipulieren - Transitforum Austria erhebt Vorwurf nach Info vom deutschem Umweltamt

Innsbruck/Wien - Einen "Riesenbetrug" durch Manipulation bei Lkw-Schadstoffemissionen ortet das Transitforum Austria/Tirol. Das deutsche Umweltbundesamt habe in einer bislang unveröffentlichten Versuchsreihe nachgewiesen, dass Hersteller die Motorelektronik bei der Abgasklasse "Euro 2-Lkw" bewusst so programmieren würden, um im Alltagsbetrieb Kraftstoff zu sparen. Was allerdings höhere Stickoxidbelastungen als erlaubt zur Folge habe.

In der Versuchsreihe sei nachgewiesen worden, dass Euro-2-Motoren bis zu doppelt so viel Stickoxide ausgestoßen hätten, wie im gesetzlich vorgeschriebenen Testbetrieb, berichtete Transitforum-Chef Fritz Gurgiser am Dienstag. "Nur in den Drehzahlbereichen, die vom gesetzlich vorgeschriebenen Testzyklus überprüft werden, schaltet die Elektronik auf saubere Verbrennung.

"Auf falschen Grundlagen"

In allen anderen Drehzahlbereichen steigt der Schadstoffausstoß deutlich an", zitierte Gurgiser den verantwortlichen Fachgruppenleiter des Umweltbundesamtes, Axel Friedrich. Und: "Dies zeigt sich bei allen bisher untersuchten Motoren."

Damit stehe auch fest, dass Rat, Kommission und Parlament ihre "Transit-Entscheidungen" auf völlig falschen Grundlagen aufgebaut hätten und die Datengrundlagen überarbeitet werden müssten. Eine Freigabe der Abgasklassen Euro 3 und Euro 4 für den internationalen Alpentransit sei aus dieser Sicht völlig undenkbar.

Kein Freifahrtschein

Ebenso müssten Fuhrunternehmer darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Umrüsten ihrer Fahrzeugflotte keinesfalls einen "Freifahrtschein durch die Alpen beinhaltet". In diesem Zusammenhang forderten die Transitgegner insbesondere das Land Tirol auf, rigoros durchzugreifen und diesen Betrügereien auch mit der Fortführung des Lkw-Nachtfahrverbotes zu begegnen.

Außerdem solle ein sektorales Fahrverbot für nicht termingebundene Güter auch auf die Strecke Kufstein-Innsbruck erlassen werden. Die Menschen in Kufstein, Wörgl und Innsbruck hätten schließlich denselben Anspruch auf Schadstoff- und Lärmentlastung wie die Menschen zwischen Kundl und Hall.

Keine Angst dürfe man auch vor angeblichen "Schadenersatzforderungen der EU" haben, wie dies wohl nur irrtümlicherweise von Landeshauptmann Herwig van Staa angedeutet werde. Niemand, der Maßnahmen zur "Herstellung des gesetzlichen Zustandes verordnet", könne zu Schadenersatz herangezogen werden. (APA)

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