Russen spendabel, der Euro beruhigt

18. Februar 2003, 19:52
posten

Die Durchschnittsausgaben von Touristen aus Nicht-EU-Ländern steigen, Russen sind am spendabelsten

Wien - Besucher aus Russland und anderen Nachfolgestaaten der UdSSR geben als Touristen pro Kauf am meisten aus in Österreich - nämlich 399 Euro. Dies lässt sich aus 2002er-Daten von Global Refund Austria nachlesen, die Geschäftsführer Thomas Bundschuh am Dienstag präsentierte. Die durchschnittliche Transaktion im heimischen Handel, für die über Global Refund die Mehrwertsteuer zurückgeholt wurde, lag 2002 bei 248 Euro. Ein Jahr vorher waren es 233 Euro.

Global Refund erfasst knapp eine Million Kaufvorgänge, ein Umsatzvolumen von knapp 240 Millionen Euro. Kunden sind dabei Touristen und Geschäftsreisende aus Herkunftsländern außerhalb der EU (siehe Grafik links unten). Bis Mitte 2004 haben also die Besucher aus den Beitrittskandidatenländern noch den Tax-Free-Vorteil.

Trends

Aus den Daten ließen sich, so Bundschuh, einige Trends herauslesen. Einer davon sei, dass die Euroeinführung einmal nicht als Handicap für den Handel gesehen werden darf. Denn "die optischen Preise sind geringer geworden". In den Köpfen vieler Überseetouristen herrsche Dollar-Euro-Parität, also sei die Unsicherheit verringert worden.

Ein weiterer Trend sei, dass es weniger Cross-Border-Shoppingtouristen aus Südosteuropa gebe. Dies habe damit zu tun, dass sich die Einkaufslandschaften auch in Zagreb, Ljubljana und anderen Metropolen unweit Österreichs immer mehr angleiche. "Aber der Anteil des höherwertigen Tourismus aus diesen Ländern wird steigen."

Spontane Impulskäufe

Damit einhergehen werde, dass vermehrt spontane Impulskäufe getätigt werden, aber weniger geplante Einkaufsfahrten. Dies könnte, mutmaßt Bundschuh, den Druck auf eine Liberalisierung der Ladenschlusszeiten in Österreich - wie es sich die Fremdenverkehrsmanager vor allem in Wien wünschen - weiter erhöhen.

Unter den Herkunftsländern gab es starke Umsatzrückgänge bei den USA (minus 22,5 Prozent), leichte bei Japan (minus 3,4 Prozent), starke Zuwächse bei Ungarn (48,3 Prozent) und - von niedriger Basis - auch von Chinesen (43,7 Prozent). (szem, Der Standard, Printausgabe, 19.02.2003)

Share if you care.