Zahl der Aids-Toten in Südafrikas Gefängnissen gestiegen

18. Februar 2003, 18:16
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750 Prozent-Plus seit 1995 - 41,4 Prozent der Häftlinge infiziert

Pretoria - In Südafrikas Gefängnissen ist die Zahl der Aids-Toten rasant gestiegen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Schätzung wuchs die Zahl der Aids-Opfer seit 1995 um 750 Prozent. Auf einem Seminar des Instituts für Sicherheitsstudien in Pretoria wurde der Anteil der an der Immunschwächekrankheit Gestorbenen unter den toten Häftlingen auf 90 bis 95 Prozent geschätzt.

Die Zahl der mit dem Aids-Virus infizierten Häftlinge in den Haftanstalten des Kaps wurde mit 41,4 Prozent beziffert. Diese Schätzungen liegen weit über denen der Gefängnis-Bürokratie, die ihre eigene Hochrechnung von drei Prozent mittlerweile selbst als unrealistisch einstuft.

Rasante Steigerung

Die für Gesundheitsfragen in den Haftanstalten zuständige Abteilungsleiterin Maria Mabena erklärte, die Zahl der bekannten HIV-Infizierten unter den Häftlingen sei von 623 im Oktober 1995 auf 5285 im Oktober des vergangenen Jahres gestiegen. Eine genaue Untersuchung über das Ausmaß der Aids-Epidemie in den nationalen Gefängnissen sei in Planung, kündigte Mabena an.

Bei Durban gab es zwar im Jahr 2001 erstmals eine konkrete derartige Untersuchung, doch hatten die Behörden eine Veröffentlichung der Ergebnisse verboten. Die Lebenserwartungen für HIV-infizierte Häftlinge gelten in den überfüllten Gefängnissen Südafrikas mit meist nur geringer medizinischer Infrastruktur als gering. Der Kap-Staat hat offiziell 182.000 Häftlinge, bei einer Gefängnis-Kapazität für 90.000. (APA/dpa)

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