Comeback für Jung

18. Februar 2003, 17:25
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CDU-Politiker war nach Schwarzgeldskandal zurückgetreten - Hessische CDU-Fraktion wählt ihn zum Vorsitzenden

Wiesbaden - Die CDU-Fraktion im hessischen Landtag hat den früheren Chef der Wiesbadener Staatskanzlei, Franz Josef Jung, zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Jung erhielt am Dienstag in geheimer Abstimmung 47 Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung. Drei der insgesamt 56 CDU-Parlamentarier nahmen an der Abstimmung nicht teil. Jungs Vorgänger Norbert Kartmann wurde von der Fraktion einstimmig für den Posten des Landtagspräsidenten nominiert.

Rücktritt im September 2000

Jung war Anfang September 2000 im Zuge des hessischen CDU-Schwarzgeldskandals als Chef der Staatskanzlei zurückgetreten. Damals waren Briefe des langjährigen CDU-Finanzberaters Horst Weyrauch aufgetaucht, die den Eindruck erweckten, Jung wisse mehr über die illegalen Parteifinanzen, als er öffentlich zugab. Der 53-Jährige beteuerte am Dienstag nochmals, er habe vom Schwarzgeld der Hessen-CDU nichts gewusst: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen."

Der neue Fraktionschef bekundete den Willen der jetzt in Hessen mit absoluter Mehrheit regierenden CDU, den politischen Kurs der vergangenen vier Jahre in Hessen fortzusetzen. Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik blieben für die Regierungspartei auch in der kommenden Legislaturperiode Schwerpunkte. Jung kündigte an, er wolle auf die übrigen Fraktionen zugehen, um wieder zu einem faireren Miteinander im Landtag zu kommen. (APA/AP)

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    Franz Josef Jung

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