Ermittlungen gegen spanische Behörden

18. Februar 2003, 17:50
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Nach "Prestige"-Untergang: Hohe Regierungsbeamte wurden zu Vernehmungen vorgeladen

La Coruna - Drei Monate nach dem Untergang des Öltankers "Prestige" vor der Küste Nordspaniens hat die spanische Justiz Ermittlungen gegen staatliche Stellen eingeleitet. Der Untersuchungsrichter Francisco Javier Collazo, der die Ermittlungen im Fall des Tankerunglücks leitet, lud am Dienstag drei hohe Regierungsbeamte zu Vernehmungen vor. Wie aus Justizkreisen verlautete, sollen die Beamten als Beschuldigte vernommen werden.

Dazu gehört der Delegierte der spanischen Regierung in der Region Galicien, Arsenio Fernandez de Mesa. Außerdem sollen der Leiter der Hafenbehörden von La Coruna und der Direktor der spanischen Handelsmarine vernommen werden. Den staatlichen Stellen war in der Öffentlichkeit nach dem Unglück vorgeworfen worden, die Katastrophe verharmlost und durch Fehlentscheidungen die Ausmaße vergrößert zu haben. Vor allem die Entscheidung der spanischen Regierung, den leckgeschlagenen Tanker von der Küste weg auf das offene Meer hinauszuschleppen, wurde von zahlreichen Experten als gravierender Fehler eingestuft.

Öltanker war am 13. November leck geschlagen

Die "Prestige" war am 13. November mit 77.000 Tonnen Schweröl an Bord leck geschlagen und sechs Tage später gesunken. Der Untergang löste die größte Umweltkatastrophe der spanischen Geschichte aus. Verkehrsminister Francisco Alvarez-Cascos wies die Vorwürfe gegen die Regierung zurück. "Die eigentlich Schuldigen sind die Banden von Piraten, die mit schrottreifen Schiffen operieren", sagte er. (APA/dpa)

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    Der "Prestige"- Untergang löste die größte Umweltkatastrophe der spanischen Geschichte aus.

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