Michael Jackson, nicht "Jack the Ripper"

20. Februar 2003, 21:35
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Acht Monate ließ sich der "King of Pop" von einem TV-Journalisten filmen. Der ORF zeigt die Doku am Samstag - "Michael Jackson hautnah"

Wien - Zumindest zehn Stunden Sendezeit widmeten die vier großen TV-Stationen der USA in den vergangenen Tagen dem einstigen King of Pop. Ausgangspunkt der Aufregung: die Jackson-Doku des britischen TV-Journalisten Martin Bashir, die ABC ganze sechs Millionen Dollar wert war - und weitere 500.000 für eine Ausstrahlung Tage danach.

RTL sendet "Michael Jackson hautnah" kommenden Samstag um 21.30 Uhr, der ORF strahlt sie nur 70 Minuten später aus. DER STANDARD bringt Auszüge:

Bashir: Ist es angemessen für einen 44 Jahre alten Mann, das Schlafzimmer mit einem Kind zu teilen, das nicht im entferntesten mit ihm verwandt ist?

Jackson: Das ist schön.

Bashir: Ist das nicht Besorgnis erregend?

Jackson: Warum? Wo liegt das Verbrechen? Wo ist Jack the Ripper in diesem Raum? Ich schlafe in einem Schlafsack auf dem Boden.

Bashir: Aber ist das in Ordnung, Michael?

Jackson: Es ist sehr liebevoll, das braucht die Welt. Mehr Liebe, mehr Herz ...

Bashir: Die Welt braucht einen Mann, der mit 44 in einem Bett mit Kindern schläft?

Jackson: Nein, du machst es ..., nein, du machst es falsch ...!

(. . .)

Warum sollte ich ein Baby vom Balkon werfen? Das ist die dümmste Geschichte, die ich jemals gehört habe. (. . .) Die Leute riefen, sie wollen das Baby sehen. Also wollte ich ihnen das Baby zeigen. Ich würde es nie fallen lassen.

Bashir: Aber du hast es ihnen ja gar nicht wirklich gezeigt. Es war verdeckt.

Jackson: Sie erhielten seinen ganzen Geist. Er hat ihnen geantwortet. Er hat gesungen.

(. . .)

Warum gehen Kinder mit Waffen zur Schule? Sie wollen berührt werden, sie wollen gehalten werden, aber sie (die Eltern, Anm.) sind zu beschäftigt mit ihrem Job und sie lassen die Kinder zu Hause vor dem Computer zurück.

Bashir: Wie wurde dein Sohn Prince geboren?

Jackson: Ich benutzte eine Leihmutter und mein eigenes Sperma.

Bashir: Wie wähltest du die Mutter aus?

Jackson: Ich wollte nur, dass sie gesund ist. Die Rasse war mir egal, so lange sie gesund ist - und ihr Verstand. Ich wollte wissen, wie intelligent sie ist.

Bashir: Würdest du das Kind einer schwarzen Frau wollen?

Jackson: Natürlich.

Bashir: Ich habe Prince gesehen und man kann sicher sagen, das seine Mutter weiß war.

Jackson: Schwarze Menschen werden auch 'farbig' genannt, weil es uns in allen Farben gibt - so weiß wie meine Hand bis zu ganz dunkel.

Jackson weist in der Doku zunächst jegliche Gesichtsoperation zurück. Dann gibt er zwei plastische Eingriffe an der Nase zu, um "höhere Noten singen zu können". (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 19.2.2003)

  • Martin Bashir mit Jackson im Tonstudio.
    foto: orf/grenada

    Martin Bashir mit Jackson im Tonstudio.

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