Sharon bemüht sich weiter um Koalition mit Arbeiterpartei

18. Februar 2003, 16:25
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Mitzna stimmt neuem Treffen zu - Mögliche Regierungsoption innerhalb der Arbeiterpartei umstritten

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon bemüht sich weiter um eine Regierungskoalition mit der gemäßigten Arbeiterpartei. Der Chef der Arbeiterpartei, Amram Mitzna, stimmte einer Fortsetzung der Gespräche mit dem Regierungschef zu, wie Parteisprecherin Maya Ben Gal am Dienstag erklärte. Beide waren bereits am Montagabend zu ihrem zweiten Treffen seit Sharons Wahlsieg am 28. Jänner zusammengekommen.

Nach dem Gespräch am Abend sagte Mitzna der Zeitung "Yediot Achronot", es gebe eine Basis für weitere Gespräche auf der Suche nach Gemeinsamkeiten. In seiner Partei blieb eine Beteiligung an der Regierungskoalition unter Sharon umstritten. Mitznas Vorgänger im Amt des Parteichefs, Benjamin Ben Eliezer, erklärte, er rechne damit, dass die Arbeiterpartei als Sharons Juniorpartner zur Verfügung stehen werde. "Innerhalb von zwei Monaten werden wir in der Regierung sein", sagte er. Der Abgeordnete Ophir Pines-Pas sagte dagegen, Mitzna habe Sharons Einladung zu einem weiteren Treffen nur aus Höflichkeit angenommen. "Wir haben kein Interesse an einer Regierungsbeteiligung", erklärte er.

Der rechtskonservative Likud-Block von Ministerpräsident Ariel Sharon stellt mit 40 Abgeordneten die größte Fraktion im Parlament. Für eine parlamentarische Mehrheit braucht Sharon aber die Unterstützung von 61 Abgeordneten. Mitzna hatte im Wahlkampf angekündigt, seine Arbeiterpartei werde der Regierung nur beitreten, wenn die Friedensgespräche mit den Palästinensern sofort wieder aufgenommen werden. Verhandlungspartner soll dabei der palästinensische Präsident Yassir Arafat sein. Beides hat Sharon strikt abgelehnt. Sollten die Gespräche mit der Arbeiterpartei scheitern, wäre der Regierungschef auf eine Koalition mit mehreren kleineren Parteien angewiesen. (APA/AP)

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