Rumsfeld prüft mögliche Risiken eines Irak-Kriegs

18. Februar 2003, 15:52
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Massenvernichtungswaffen und brennende Ölfelder befürchtet

Washington - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld prüft nach einem Bericht der "New York Times" eine Liste mit potenziellen Risiken während und nach einem Irak-Krieg. Hochrangige Regierungsmitarbeiter diskutierten, was bei einem Militäreinsatz schief laufen könnte, berichtete die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf einen hohen Beamten. Das amerikanische Volk müsse auf die sehr wahrscheinliche Möglichkeit vorbereitet werden, "dass dieser Krieg nicht wie in Afghanistan" aussehen werde. So müsse das Risiko einkalkuliert werden, dass der irakische Machthaber Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen gegen sein eigenes Volk einsetze und anschließend die USA beschuldige. Zu befürchten sei auch, dass der Irak wie beim Golf-Krieg 1991 seine Ölfelder in Brand setze.

Möglich sei zudem nach Rumsfelds Einschätzung, dass der Irak benachbarte Staaten angreife oder Massenvernichtungswaffen gegen Nachbarstaaten oder die US-Truppen einsetze. Zuzutrauen sei es Saddam Hussein zudem, dass er Waffen in Moscheen, Krankenhäusern oder Kulturstätten verstecke und irakische Zivilisten oder gefangen genommene westliche Journalisten als menschliche Schutzschilde missbrauche.

Als Besorgnis erregend schätzt Rumsfeld dem Bericht zufolge zudem die Möglichkeit ein, dass nach einem Sturz Saddam Husseins jahrzehntelang unterdrückte Rivalitäten zwischen unterschiedlichen Gruppierungen im Irak ausbrechen. Bedacht werden müsse zudem die Möglichkeit, dass andere Konflikte wie Nordkorea oder der Terrorismus Kräfte des US-Militärs in anderen Weltregionen binden. (APA)

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