Siemens sieht Mobilfunkmarkt darnieder, aber nicht gesättigt

18. Februar 2003, 14:57
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Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Handyherstellern sowie neue Modelle sollen Geschäft wieder beleben

Der Mobilfunkbereich der Siemens AG, Siemens mobile, sieht noch Potenzial im herkömmlichen Mobilfunkmarkt mit Sprache und SMS-Kurzmitteilungen. "Sprache und simple Datenübertragung sind noch immer Brot und Butter unseres Geschäfts. Dieser Markt hat noch immer viel Potenzial", sagte Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht am Dienstag auf der Handymesse "3GSM World Congress" in Cannes vor Journalisten.

"Der Markt leidet unter Problemen."

Derzeit ortet auch Siemens noch eine Flaute am Markt. "Der Markt leidet unter Problemen. Die Industrie wächst kaum, Teile schrumpfen sogar", sagt Lamprecht. Für heuer geht Siemens am gesamten Mobilfunkmarkt von einem Umsatzrückgang in Höhe von 5 bis 10 Prozent aus. Mit einer Erholung rechnet man erst 2004.

Siemens will der anhaltenden Flaute mit einem Wiederbelebungsprogramm begegnen. Zunächst soll vor allem die Zusammenarbeit mit den Betreibern verstärkt werden. Die Betreiber seien "die Schlüsselplayer in der Wertkette", sagt Lamprecht. Zudem setzt Siemens auf eine Fünfteilung seiner Bereiche: Messaging, Zahlungslösungen (payment), Ortungssysteme (location), Unterhaltung (entertainment) und Multimedia-Lösungen.

"Handys, die man trägt wie Sonnenbrillen, Taschen oder Uhren"

Schließlich will Siemens auch noch mit neuen Handy-Modellen punkten. Vergangene Woche hat das Unternehmen eine neue Fashion-Linie präsentiert: "Handys, die man trägt wie Sonnenbrillen, Taschen oder Uhren". Auf der Messe präsentiert Siemens ein neues High-End-Gerät: das SX1, ein Handy mit Video-Player, Camcorder und allen Funktionen eines Taschen-PCs (PDA).

2002 hat Siemens sowohl im Handybereich, als auch bei Netzwerken seine Marktanteile verbessert, am Handy-Markt von 7,4 auf 8,5 Prozent, im Netzwerkbereich von 10 auf 11 Prozent.

Warten auf ein UMTS-Handy von Siemens

Im Netzwerbereich gepunktet hat Siemens im Vorjahr vor allem bei der dritten Mobilfunkgeneration UMTS. Dort liege der Marktanteil mit 8.000 ausgelieferten Basisstationen bei 20 Prozent, sagte Bereichsvorstand Lothar Pauly.

Mit seinem ersten eigenen UMTS-Handy lässt Siemens hingegen weiter auf sich warten. Dieses soll, so Lamprecht im späteren Verlauf dieses Jahres auf den Markt kommen. Bis dahin vertreibt Siemens UMTS-Handys von Motorola unter seinem Namen. (APA)

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