Kunstschnee hat wenig mit Schnee gemeinsam

18. Februar 2003, 14:38
posten

Forscher bestätigen was Skiläufer vermuten

Denver - Wissenschaftler bestätigten, was Skiläufer schon lange vermuten: Kunstschnee ist nicht wirklich Schnee. Charles Knight vom US-Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung hat unter das Mikroskop gelegt, was Skigebiete in niederschlagsarmen Zeiten als synthetische Flocken aus Wasser und Druckluft auf die Pisten pusten.

"Ich würde das Zeug nicht Schnee nennen", sagte der Meteorologe am Montagabend auf der Jahrestagung der Amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft (AAAS) in Denver.

Unförmige Eisklumpen

Schneemaschinen produzierten statt feiner Kristalle nur unförmige Eisklumpen, erläuterte er. Denn dem Kunstprodukt fehle der Eiskern. Eiskerne sind natürlich in der Atmosphäre vorkommende Fremdpartikel wie Silberjodid, an die sich unterkühlte Wassertropfen anlagern.

Unterkühlt - supercooled - ist flüssiges Wasser dann, wenn seine Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Die Fremdteilchen erreichen, dass die Tröpfchen tatsächlich gefrieren. "Molekül für Molekül wachsen in den Wolken die komplexen Strukturen, die wir mit Schneekristallen assoziieren", erklärte Knight. Kunstschnee dagegen, sei eigentlich nicht mehr als Eispulver.

"Eiskerne" zumischen

Darum seien einige Skigebiete inzwischen dazu übergegangen, der Wintersport-Fertigmischung künstliche "Eiskerne" zuzumischen, darunter auch bestimmte Bakterien. Dass diese die Qualität des Kunstprodukts allerdings deutlich erhöhen, bezweifeln Experten. (APA/dpa)

Share if you care.