Raum Wiener Neustadt vor Verkehrsentlastung

18. Februar 2003, 14:35
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Projekt für Ortsumfahrungen von Sollenau und Theresienfeld beschlossen - Baubeginn 2005

Mit einer Verlegung der B 17 bei Sollenau und Theresienfeld wird nach den Worten von Niederösterreichs Verkehrsreferent Landeshauptmann Erwin Pröll (V) fünf bis sieben Jahre früher als geplant ein wichtiges Verkehrsprojekt im Raum Wiener Neustadt, einer der prosperierendsten Regionen des Landes, umgesetzt. Wie Pröll zum Beschluss der NÖ Landesregierung heute, Dienstag, erläuterte, soll der Bau für die beiden Ortsumfahrungen und die Unterführung der Aspangbahn 2005 beginnen und nach etwa zweieinhalb Jahren abgeschlossen sein.

Kosten: Insgesamt 80 Millionen Euro

Die im Rahmen der Verwaltungsreform erfolgte Verländerung der Bundesstraßen habe die Flexibilität bei der Finanzierung erhöht und damit ein Vorziehen des Projektes ermöglicht, so Pröll. Die Kosten bezifferte er mit insgesamt 80 Mio. Euro - davon entfallen 35 Mio. Euro auf die insgesamt neun Kilometer langen Umfahrungen von Sollenau und Theresienfeld, 45 Mio. Euro erfordern die Ostumfahrung Wiener Neustadt und die Unterführung.

"Verkehrshölle"

Wie Pröll erläuterte, rollen durch die beiden - durch die B 17 zweigeteilten - Orte derzeit rund 15.000 Kfz täglich. Diese "Verkehrshölle" stelle für die Bewohner einerseits ein Sicherheitsrisiko dar. Andererseits würden Lärm und Abgasbelastung die Lebensqualität mindern. Durch das Bauvorhaben sei eine Verkehrsreduktion von bis zu 50 Prozent in den Orten zu erwarten.

Lkw-Fahrverbot

Als erste Gegenmaßnahme wurde im Mai 2002 ein Lkw-Fahrverbot erteilt, parallel dazu begannen die Planungsarbeiten. Bei der Trassenwahl galt es, das angrenzende Natura 2000-Gebiet zu berücksichtigen. Zur Einhaltung der naturschutzrechtlichen Gegebenheiten soll der - neben Heideschnecke und Trockenrasen als schützenswert ausgewiesene - Triel "umgesiedelt" werden: Die Brutnester der Vögel werden verlegt. Darüber hinaus wird die Straße im Bereich der so genannten Maria Theresia-Siedlung tief geführt, um die Bewohner vor Lärm zu bewahren. Per Regierungsbeschluss läuft nun die Erstellung der für die Umweltverträglichkeitsprüfung notwendigen Einreichplanungen an.

Pröll betonte, dass Überlegungen zur Verkehrsentlastung auch Günselsdorf und Oeynhausen (Traiskirchen) betrafen. Die Gemeinden würden jedoch keine Umfahrung wünschen. "Dieses Anliegen haben wir zur Kenntnis zu nehmen und werden ihm auch Rechnung tragen", so der Landeshauptmann. (APA)

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