Motorola: Radikale Umorientierung auf Linux

18. Februar 2003, 13:47
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"Müssen nicht alles selber programmieren"

Der US-Technologiekonzern Motorola will mit einer radikalen Umorientierung im Softwarebereich seine Anteile auf dem Handymarkt ausbauen. Mit seinem Umstieg auf Linux und Java als Softwareplattform für zukünftige 3G-Handys will der Konzern unabhängige Entwickler ansprechen. "Wir müssen nicht alles selbst programmieren", erklärte Scott Durchslag, Motorola-Vice President PC, Montagabend, in Cannes auf dem 3GSM World Congress 2003. "Statt dessen kann der Markt entscheiden, welche Handyanwendungen erfolgreich sind." Als erstes Produkt unter dieser Strategie hat Motorola sein Smartphone A760 vorgestellt.

Hoffnung

Von der Zusammenarbeit mit unabhängigen Entwicklern erhofft sich Motorola vor allem einfache "schlüsselfertige" Software-Anwendungen für seine Handys, mit denen Mobilfunkanbieter ihre Umsätze steigern können. Linux ist dabei besonders attraktiv, da die Lizenzkosten für das Betriebssystem entfallen. Der Konzern hat zur Unterstützung seiner neuen Strategie eine eigene "MotoCoder"-Initiative ins Leben gerufen, die die große Linux-Entwicklergemeinde einbinden soll.

Position

Gleichzeitig will sich Motorola auch verstärkt als Technologieanbieter positionieren. Mit seiner von Grund auf im Haus entwickelten Plattform i.smart bietet der Konzern ein Referenzdesign für ein Smartphone an, mit dem Dritthersteller innerhalb von 90 Tagen ein eigenes Gerät auf den Markt bringen können. Das Design basiert auf der i.250-Plattform von Motorola und ist für unterschiedliche Handybetriebssysteme wie Symbian OS, Windows CE für Smartphones oder Palm OS geeignet.

Aufholen

Motorola hat im vergangenen Jahr bei Handys auf dem US-Markt mit Nokia gleichgezogen. In China und vielen der neuen Märkte ist das Unternehmen Marktführer. Motorola rechnet für dieses Jahr mit einem weiteren Rückgang der Wachstumsrate um sechs bis zwölf Prozent. Erst ab 2004 erwartet der Konzern wieder steigende Wachstumsraten. (pte)

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