Drei Premieren bei Innsbrucker Theaterwochenende

18. Februar 2003, 13:34
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Mobile Schauspielproduktion, Musical und Kammeroper

Innsbruck - Zur Halbzeit der Saison hat das Tiroler Landestheater noch viele Eisen im Feuer. So konnte Intendantin Brigitte Fassbaender, gerade von einer "Arabella"-Gastregie in Straßburg zurückgekehrt, am Dienstag für das kommende Wochenende gleich drei Premieren der beiden Häuser vorstellen.

In den Kammerspielen präsentiert Schauspielchef und Regisseur Klaus Rohrmoser eine mobile Produktion für Schüler ab 14 Jahren, die nach der Premiere durch die Tiroler Schulen wandern wird. Es handelt sich um Franz Kafkas 1917 in Prag entstandene, absurde Parabel "Ein Bericht für eine Akademie", die den "homo sapiens" aus der Sicht eines Mensch gewordenen Affen ironisiert. Stefan Riedl spielt dieses Individuum in der mobilen Dekoration von Veronique Galland. Das Interesse der Schulen für das Stück ist groß. Es liegen bereits Einladungen nicht nur aus Innsbruck, sondern aus den entlegensten Tiroler Orten und aus Klagenfurt vor.

"Kiss Me Kate"

Nur eineinhalb Stunden später geht am Samstag im Großen Haus der Vorhang für "Kiss Me Kate" auf, das fast schon klassische Musical von Cole Porter, das nicht nur bei seiner Uraufführung 1948 ein Riesenerfolg war, sondern auch bei seiner Wiederaufnahme 2000 am Broadway gleich fünf "Tony Awards" und den Preis für das "Best Musical Revival" davontrug. Intendantin Fassbaender holte für ihr erklärtes Lieblingsmusical die vor allem an deutschen Häusern tätige Engländerin Jean Renshaw als Regisseurin und Choreografin nach Innsbruck. Für Bühnenbilder und Kostüme sorgt Hank Irwin Knittel. Die musikalische Leitung hat Leif Klinkhardt. Mit Lynda Kemeny und William Killmeier in den Hauptrollen wird "Kiss Me Kate" am 27. Februar wiederholt und sodann im März, April und Mai in neun weiteren Vorstellungen zu sehen sein.

Hit

Der Hit "Schlag nach bei Shakespeare" könnte auch für die Sonntagspremiere gelten, die im Kleinen Haus die Kammeroper "Romeo und Julie" von Georg Anton Benda (1722-1795), dem Spross einer verzweigten böhmischen Musikerfamilie, bringt - Shakespeares berühmteste Tragödie einmal mit Happy-End: Das konnte nur ein Abstecher in die heile Welt der Barockoper wagen. Uraufgeführt 1776 im Herzoglichen Hoftheater von Gotha, kommt das mit vielen Rezitativen dem musikalischen Barock noch nahe stehende, aber als Produkt der Mozart-Zeit doch zur klassischen Faktur hinstrebende Singspiel nun nach gut 200 Jahren erstmals wieder auf eine österreichische Bühne. Regie führt die Wienerin Marina Wandruszka, die schon bei Brigitte Fassbaender in Braunschweig gearbeitet hat; das kleine Zehn-Personen-Orchester mit Cembalo leiten alternierend Frank Cramer und Dorian Keilhack, für Bühne und Kostüme sorgt Bettina Munzer, den Chor betreut Claudio Büchler.

(APA)

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