HLI mobilisiert weiter

18. Februar 2003, 14:15
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AbtreibungsgegnerInnen errichteten österreichweites Netz an "Lebenszentren"

Salzburg - Ein Netz in ganz Österreich hat die aus AbtreibungsgegnerInnen bestehende Gruppe "Human Life International" im Lauf der vergangenen Monate aufgebaut. Fast in jedem Bundesland gibt es schon eine Beratungsstelle mit dem Namen "Lebenszentrum". Jeden Monat ein Mal werden auch in jedem "Lebenszentrum" Gebetsvigilien abgehalten, die mit einer Demonstration vor einer Abtreibungsklinik enden, schildert der Leiter von "Human Life International" in Österreich, Dietmar Fischer.

Kundgebungen

In Salzburg sind solche Kundgebungen derzeit noch genau so unbekannt wie in den meisten anderen Landeshauptstädten. Aber der Zeitplan für die Gebetsvigilien steht laut Fischer: An jedem ersten Freitag im Monat in Villach (am Morgen) und Klagenfurt (abends), jeden ersten Samstag im Monat in Graz, am zweiten Samstag im Monat in Salzburg und Wien, am dritten Mittwoch in Bregenz, am dritten Freitag in St. Pölten und am dritten Sonntag im Monat in Linz.

Immer das gleiche Procedere

Zuerst werde, so Fischer, ein Gottesdienst gefeiert und dann würden etwa drei Viertel der TeilnehmerInnen - das sind 20 bis 200 Personen - Rosenkranz betend hinter einem Marienbild zu einer Abtreibungsklinik oder einem Arzt/einer Ärztin, der/die Schwangerschaftsabbrüche durchführt, gehen. Die Demonstrationen seien immer angemeldet. 500 solcher Kundgebungen habe es in Österreich schon gegeben.

"Beratungszentren" in beinahe jedem Bundesland

Abgesehen von Innsbruck gebe es schon in jeder Stadt, in der Abtreibungen durchgeführt werden, ein "Beratungszentrum", so Fischer, wobei man immer einen Standort in unmittelbarer Nähe zu einer derartigen Klinik suche. Die Stelle in Salzburg wurde im August des Vorjahres eröffnet, direkt neben dem einzigen Arzt in der Mozartstadt, der sich offen dazu bekennt, Abbrüche durchzuführen. Ihr ist sogar eine Kapelle angeschlossen, die vom damaligen Erzbischof Georg Eder eingeweiht worden sei. Überhaupt würden in Salzburg alle Bischöfe voll hinter "Human Life" und "Ja zum Leben" (auch da ist Fischer der österreichische Leiter) stehen.

Salzburger Jusos fordern Bannmeile

Vor der Kundgebung am 8. März in der Stadt Salzburg vor der Praxis eines Arztes spitzt sich die Lage aber etwas zu. Die Jusos (Junge Sozialdemokraten und Sozialisten) fordern von der Polizei die Errichtung einer "Bannmeile", "damit die Frauen ungehindert Zugang zur Praxis haben", so Jusos-Landesvorsitzender Wolfgang Gallei. Gegendemonstrationen seien vorerst nicht geplant, man werde die Lage aber beobachten. "Eine Aktion würde nur Öl ins Feuer gießen. Wir wollen, dass die Frauen in ihrer bei Gott nicht leichten Lage Ruhe haben." Von Wien her kenne man, dass die Human-Life-AktivistInnen die Frauen beim Gang in die Klinik mit Plastikembryos empfangen würden.

Besorgt äußerte sich auch Salzburgs Frauenbeauftragte Dagmar Stranzinger. Jener Arzt habe sich ganz bewusst in Salzburg angesiedelt, weil hier Abbrüche an Spitälern nicht durchgeführt werden. "Es ist fatal, wenn jetzt Human-Life-Aktivisten dagegen auftreten." (APA)

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    Die militante Organisation "Human Life International" hat in den letzten Monaten ein Netz an "Lebenszentren" aufgebaut.
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