Chronologie: Bei Bränden werden U-Bahnen oft zur Todesfalle

18. Februar 2003, 15:04
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Erste Katastrophe kostete 1903 in Paris 84 Menschenleben

Der Brandanschlag auf eine südkoreanische U-Bahn am Dienstag hat eine der schlimmsten derartigen Katastrophen in der Geschichte des Nahverkehrsmittels ausgelöst.

1903: Einer der vermutlich ersten U-Bahn-Unfälle ist ein Brand: In der Pariser Metro sterben 84 Menschen.

1977: Sieben Menschen sterben nach einem Bombenanschlag in einem Moskauer U-Bahn-Tunnel.

1987: Das schwerste Brandunglück der vergangenen beiden Jahrzehnte in Europa wird von einem achtlos weggeworfenem Streichholz im Londoner U-Bahnhof Kings Cross ausgelöst. Auf der in Brand gesetzten Rolltreppe und in der Schalterhalle sterben 31 Menschen.

1990: In New York sterben zwei Menschen durch ein Feuer in einem Tunnel, etwa 150 Menschen wurden verletzt.

März 1994: In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku werden bei einem Anschlag mit Zeitzünder in einer U-Bahn-Station zwölf Menschen getötet und 60 verletzt. Das Attentat soll auf das Konto von Armeniern gehen.

April/Mai 1994: Sprengsätze in der U-Bahn lösen in Baku zwei Brände aus, bei denen im April 13 und im Mai sieben Menschen ihr Leben verlieren.

März 1995: Dass sich in U-Bahnen oft viele Menschen auf dichtem Raum unter der Erde drängen, nutzen fanatisierte Anhänger der japanischen Aum-Sekte. Sie setzen in der Tokioter U-Bahn das Nervengas Sarin frei und töten damit zwölf Menschen. 3.800 Personen werden verletzt.

April 1995: 100 Menschen verlieren in der jetzt neuerlich betroffenen südkoreanischen Stadt Daegu durch eine Explosion in einer U-Bahn-Baustelle ihr Leben. Durch Nachlässigkeit wird bei Bauarbeiten ein Gasrohr in einem Kaufhaus angebohrt. Über eine Abwasserleitung gelangt das austretende Gas in die U-Bahn-Baustelle und führt dort zu einer Explosion. 143 Menschen werden verletzt, 74 Gebäude und 91 Autos zerstört.

Oktober 1995: In der Metro von Baku in Aserbaidschan ersticken und verbrennen 289 Menschen, nachdem zwei Waggons im Tunnel vermutlich durch einen Kurzschluss Feuer gefangen haben. Die Türen der Waggons lassen sich wegen des Stromausfalls nicht mehr öffnen. Fast 270 Passagiere werden verletzt, etwa 400 Fahrgäste entkommen dem Inferno.

Juni 1996: Bei einer Bombenexplosion in der U-Bahn von Moskau werden vier Menschen getötet und zwölf verletzt.

März 2000: In der Hauptverkehrszeit stoßen in Tokio zwei U-Bahnzüge zusammen. Vier Menschen sterben, mehr als 40 werden verletzt.

Mai 2002: In Mailand kann ein versuchter Anschlag in der U-Bahn in letzter Minute verhindert werden. Eine 30 Kilogramm schwere Propangas-Flasche wird unter einer Rolltreppe entdeckt und entschärft. (APA)

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