Irakische Zeitungen drucken nach fünf Jahren wieder Todesanzeigen

18. Februar 2003, 13:22
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Wegen UN-Embargo sollte Leichenschmaus verhindert werden

Nach fünfjährigem Verbot haben irakische Zeitungen am Dienstag zum ersten Mal wieder Todesanzeigen gedruckt. Das Regierungsblatt "El Thawra" meldete den Tod des Architekten Ramadan El Sajed Dschawad in der südlichen Provinz Si Kar.

Als Folge der durch die UN-Sanktionen ausgelösten Nahrungsmittelknappheit hatte die Führung in Bagdad 1998 die Veröffentlichung von Todesanzeigen verboten. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass bei dem mit Beileidsbekundungen einhergehenden Leichenschmaus unnötig Lebensmittel verschwendet würden.

Für umgerechnet 2,8 Euro werden nun wieder Anzeigen gedruckt. In der Zwischenzeit hatten sich Trauernde mit schwarzen Transparenten mit den Namen der Toten beholfen, die sie an Hauswände klebten. Dort wurde auch die Anschrift für Beileidsbekundungen vermerkt. (APA/AFP)

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