Nokia: UMTS bringt Umsatz-Schub

18. Februar 2003, 15:19
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Weltgrößter Handy-Hersteller rechnet mit einer jährlichen Steigerung von zwölf Prozent

Cannes - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia rechnet dank der neuen Datendienste im Zuge der Einführung der dritte Mobilfunkgeneration UMTS mit einem kräftigen Anstieg der Umsätze für die Mobilfunknetzbetreiber von jährlich 12 Prozent. Lagen die Erlöse im Vorjahr weltweit bei 415 Mrd. Euro sollen sie 2007 bereits 740 Mrd. Euro betragen.

Der Daten-Anteil am Gesamtumsatz soll dabei von 11 auf 32 Prozent ansteigen, erläuterte Nokia-Vizepräsident JT Berquist am Dienstag bei der Handymesse 3GSM in Cannes vor Journalisten.

Nokia selbst sieht bei UMTS in führender Position. Vom Nokia-UMTS-Handy 6650 hat das finnische Unternehmen bisher 10.000 Stück ausgeliefert. Offiziell soll der Verkauf noch im ersten Halbjahr starten, größere Mengen werden aber erst im zweiten Halbjahr 2003 auf den Markt kommen.

Nokia hat damit seinen im September des Vorjahres angekündigten Zeitplan bekräftigt und wird voraussichtlich nach dem US-Konzern Motorola, der bereits UMTS-Handys ausliefert, der zweite Handyerzeuger mit Geräten der dritten Generation am Markt sein. Das neue Nokia-UMTS-Gerät, das auch auf den bisher üblichen GSM- Netzen genutzt werden kann, verfügt über eine eingebaute Kamera und einen E-Mail- und Internetzugang.

Erik Anderson, verantwortlich für Mobiltelefone bei Nokia, sieht den UMTS-Launch gelassen: "Es funktioniert, es kommt, es ist Business as usual", meinte er bei der Pressekonferenz. Das UMTS-Handy sei ein Telefon wie jedes andere, lediglich mit einer höheren Übertragungsrate von 348 Kilobit pro Sekunde.

Entscheidend ist aus Sicht Nokias weniger die Technologie UMTS. Vielmehr gehe es um Services etwa Spiele, Fotos, Musik und die Unterstützung von Unternehmensprozessen. Bei der Entwicklung der neuen Angebote setzt Nokia auf am Dienstag verkündete Kooperationen mit IBM und Oracle.

Gemeinsam mit Ericsson und Siemens hat Nokia auf der weltgrößte Mobilfunkmesse außerdem einen neuen Dienst präsentiert: "Push-to-Talk". Statt eine Telefonnummer anzuwählen, kann der Handynutzer - ähnlich wie bei einem Walky-Talky - durch Drücken einer Taste mit der gewünschten Zielperson oder Zielgruppe sprechen. (APA)

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    montage: derstandard.at
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