Litauen weist Chirac-Kritik zurück

18. Februar 2003, 12:48
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Äußerungen über Osteuropäer "nicht sehr angenehm"

Vilnius - Die litauische Regierung hat die Kritik des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac an der Irak-Erklärung von zehn osteuropäischen Staaten zurückgewiesen. "Die Chirac-Äußerungen waren deutlich emotional begründet - und nicht sehr angenehm für uns", sagte am Dienstag in Vilnius Rytis Martikonis, Staatssekretär für EU-Themen im litauischen Außenministerium.

Er könne sich allerdings eine Änderung des Zeitplans für die EU-Erweiterung nicht vorstellen. Die jüngsten Meinungsverschiedenheiten würden vielmehr zeigen, dass zwischen den jetzigen und künftigen EU-Mitgliedern "Lernbedarf" bestünde. "Wir (Kandidatenländer) könnten bei den derzeitigen Irak-Diskussionen in der EU und NATO bereits stärker beteiligt werden", forderte Martikonis.

Chirac hatte am Montagabend die EU-Beitrittskandidaten, die in zwei verschiedenen Erklärungen von Ende Jänner und Anfang Februar ihre Unterstützung für die Irak-Politik der USA bekundet hatten, heftig attackiert. Er bezeichnete diese Länder als "nicht besonders wohlerzogen". Sie hätten "eine gute Gelegenheit zum Schweigen verpasst". Ihre öffentliche Erklärung habe "eine etwas komische oder kindische Seite". Chirac warnte die EU-Beitrittskandidaten davor, ihren Beitritt zur Union zu gefährden. (APA/dpa)

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