Kärntner Slowenen wollen drei Bürgermeister stellen

18. Februar 2003, 12:04
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Wahlziel der Einheitspartei Enotna Lista - Kandidatur in 24 Gemeinden bei Kommunalwahlen am 9. März

Klagenfurt - Die slowenische Volksgruppe kandidiert bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 9. März in Kärnten in 24 Gemeinden mit eigenen Listen. Erklärtes Wahlziel der Einheitspartei (Enotna Lista, EL) ist es, die derzeit insgesamt 56 Mandate zu halten und in drei Kommunen den Bürgermeister zu stellen. "Wir haben reelle Chancen", sagte EL-Obmann Andrej Wakounig am Dienstag bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Die Zeit sei reif dafür.

Die EL versteht sich als Wahlbewegung, welche die politische Entwicklung in Südkärnten zum Inhalt hat. "Was uns von anderen unterscheidet ist, dass wir für die politische Positionierung der Zweisprachigkeit und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Slowenien sind", sagte Wakounig. Chancen den Bürgermeister zu stellen, sieht er in Eisenkappel, Globasnitz und Feistritz ob Bleiburg. Derzeit ist die EL in vier Gemeinden (Zell, Globasnitz, Sittersdorf, Eisenkappel) durch einen Vizebürgermeister vertreten.

Hoffnungsträger in Eisenkappel ist Franz-Josef Smrtnik. "Dass die SPÖ nach dem Verzicht von Peter Haderlapp auf Ex-Bürgermeister und -Landesrat Dietfried Haller setzt, ist der Beweis, dass man vor uns großen Respekt hat", sagte er. Für ihn sei dies eine große Herausforderung. Smrtnik sieht die größte Chance für die Gemeinde in grenzüberschreitender Kooperation. Als Beispiel nannte er den Naturpark Karawanken.

EL-Sekretär Karl Hren glaubt, dass die Diskussion um zusätzliche zweisprachige Ortstafeln in Südkärnten im Wahlkampf keine Rolle spielt. "Auf kommunaler Ebene treten nur sehr wenige dagegen auf", sagte er. Hren strich den hohen Anteil von Frauen (27,3 Prozent), jungen Kandidatinnen und Kandidaten unter 25 Jahre (11,8) sowie Akademikern (12,2) auf den EL- sowie diversen slowenischen Namenslisten heraus. Die Wahlkampfkosten in den 24 Gemeinden bezifferte er mit rund 70.000 Euro.

Die slowenische Volksgruppe hat auf kommunaler Ebene in Kärnten zum ersten Mal bei den Gemeinderatswahlen 1973 als Klub der slowenischen Gemeinderäte kandidiert. Damals wurden auf Anhieb knapp 40 Mandaten erreicht. 1997 wurden in 24 Gemeinden 5.527 Stimmen und 56 Mandate geschafft. In Globasnitz (Bezirk Völkermarkt) war die EL mit 33,8 Prozent und fünf Mandaten sogar die stimmenstärkste Gruppierung. Wermutstropfen war, dass keiner ihrer Bürgermeisterkandidaten die Stichwahl erreicht hatte.(APA)

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