US-Demokraten wollen "liberalen" Radio-Sender gründen

18. Februar 2003, 12:03
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Als Gegengewicht zu konservativen Rundfunk-Programmen

Mit einem politisch "liberal" orientierten Radio-Sender wollen wohlhabende Anhänger der Demokratischen Partei die von ihnen kritisierte Übermacht der konservativen Meinungsmacher im US-Rundfunk brechen. Eine Gruppe um die Chicagoer Finanziers Sheldon und Anita Drobny führt bereits Gespräche mit Moderatoren und Autoren wie Al Franken, die links vom politischen Mainstream der USA angesiedelt sind. Mit einer Start-Investition von zehn Millionen Dollar, die innerhalb eines Jahres auf 200 Millionen Dollar steigen soll, ist ein tägliches 14-Stunden-Radio-Programm mit Morgen-, Nachmittags- und Abend-Shows geplant, das an Radiostationen in den ganzen USA verkauft werden soll.

"Fortschrittliches" Programm

Finanziert wird AnShell Media L.L.C von der Paradigm Group der Drobnys, die auch den Wahlkampf von Bill Clinton und Al Gore kräftig unterstützten. Das Programm soll nach Angaben der Initiatoren "fortschrittlich" sein und den Stellungnahmen von Rechts Paroli bieten. Im diesem Bereich gebe es eine echte Marktlücke, da fast alle prominenten Radio-Kommentatoren republikanische oder noch konservativere Ansichten verträten. Zweifler meinen jedoch, dass sich liberale Haltungen nicht so einfach in Radio-Shows transportieren ließen wie eine ihrer Ansicht nach "demagogisch" propagierte konservative Weltanschauung.

"Riesige rechte Verschwörung"

Auch im TV-Bereich sehen Kritiker eine konservative Übermacht in den USA, seit "Fox News" von Rupert Murdoch das Netzwerk "CNN" an der Spitze der Zuseher-Rankings für Kabelfernsehen abgelöst hat. Der Streit, ob die US-Medienlandschaft mehrheitlich konservativ oder grundsätzlich liberal orientiert ist, wurde durch die Vorwürfe der ehemaligen First Lady und jetzigen Senatorin Hillary Rodham Clinton entzündet. 1998 hatte sie von einer "riesigen rechten Verschwörung" in den US-Medien gesprochen. Als "liberal" wird in den USA der linke Flügel der Demokratischen Partei bezeichnet. (APA)

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