Fiat will weitere Beteiligungen abstoßen

18. Februar 2003, 10:08
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Gruppe will mit Verkauf von Fiat Avio und Toro vier Milliarden Euro in die Kassen spülen

Rom - Italiens finanziell angeschlagene Autogruppe Fiat will den Verkauf nicht-strategischer Töchter zur Eindämmung ihrer Verschuldung beschleunigen. Nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstagsausgabe) will das Fiat-Management auf das Gaspedal drücken, um die Versicherungsgesellschaft Toro und den Flugzeugmotorenbauer Fiat Avio zu verkaufen. Die Transaktion würde den Fiat-Kassen bis zu 4 Mrd. Euro bescheren.

An Fiat Avio interessiert ist Medienberichten zufolge der US-Fonds Carlyle. Der Wert wird auf rund 2 Mrd. Euro geschätzt, derselbe Wert für Toro. Der neue Präsident der Versicherungsgesellschaft, Gabriele Galateri, betonte, dass Fiat den passenden Zeitpunkt für die Veräußerung genau überlegen wird. Ein definitiver Beschluss über den Toro-Verkauf soll bei der am 28. Februar geplanten Aufsichtsratssitzung von Fiat beschlossen werden.

Der Aufsichtsrat wird auch über die Kapitalerhöhung von 2,5 bis 3 Mrd. Euro diskutieren, zu der sich die Fiat-Gläubigerbanken verpflichtet haben. Die Familie Agnelli müsse dabei ihren Anteil entsprechend ihrer Beteiligung von insgesamt etwa 34 Prozent leisten, berichteten italienische Medien.

Zuletzt hatte es zwischen Fiat und seinen Gläubigerbanken Schwierigkeiten gegeben. Die Banken, die Fiat 2002 eine Finanzspritze von drei Mrd. Euro gewährt hatten, drängen auf die Einhaltung des gemeinsamen Sanierungsplanes. Dazu gehört auch eine Put-Option Fiats, mit der der Konzern die verbliebenen 80 Prozent seiner Autosparte an den Joint-Venture-Partner General Motors verkaufen kann. Zuletzt hatte es von Seiten Fiats geheißen, man strebe eine Annullierung der Put-Option an. General Motors hält seit März 2000 eine 20-prozentige Beteiligung an Fiat. (APA)

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