Motorola erwartet Erholung am Mobilfunk-Markt erst 2004

18. Februar 2003, 09:51
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Deutlich mehr als 2 Milliarden Mobilfunk-Kunden bis 2010 erwartet - "UMTS passiert langsam, aber es passiert"

Der nach Nokia weltweit zweitgrößte Handyhersteller Motorola glaubt nicht mehr an eine Erholung am Mobilfunkmarkt noch in diesem Jahr. Zwar geht Motorola, wie alle anderen Handyerzeuger, heuer von einem Anstieg der verkauften Mobiltelefone "um 5 bis 10 Prozent auf 430 bis 440 Millionen" aus. Allein im ersten Quartal sollen 90 bis 95 Mio. Geräte verkauft werden. Das Wachstum am Mobilfunkmarkt insgesamt werde sich aber heuer erneut um 6 bis 12 Prozent verlangsamen. Eine Erholung sei erst 2004 in Sicht, sagte Motorola-Vizepräsident Adrian Nemcek am Montagabend auf der weltgrößten Mobilfunkmesse "3GSM World Congress" in Cannes vor Journalisten.

Optimismus

Langfristig hingegen zeigt sich Motorola optimistischer als die Konkurrenz. Während Nokia bis zum Ende des Jahrzehnt von weltweit zwei Milliarden Handy-Telefonieren ausgeht, werden es nach Ansicht von Motorola bis dahin deutlich mehr als zwei Milliarden sein.

Der Grund für die verspätete Erholung: Die dritte Mobilfunkgeneration UMTS wird heuer zwar "Realität", läuft aber erst langsam an. "UMTS passiert nicht so schnell, wie alle erwartet haben", sagte Tom Lynch, ebenfalls Vizepräsident bei Motorola. Dennoch: "Es passiert", betonte Lynch.

Führend

Motorola hat als weltweit erstes Unternehmen bereits im Vorjahr ein UMTS-Handy präsentiert. Bis Jahresende soll es von Motorola drei UMTS-Modelle geben.

Was das Betriebssystem der neuen Endgeräte betrifft, baut Motorola dabei auf eine offene Plattform. An der Hersteller-übergreifenden Software Symbian wirkt Motorola zwar mit, dennoch setzt der Konzern bei seinen neuen Geräten auf Java und Linux. Eine offene Plattform erlaube eine flexible und rasche Entwicklung. Motorola könne außerdem die Programmierung auslagern und spare sich damit ein großes Team, betonte Scott Durchslag von Motorola.

Spitzenposition

Der US-Konzern ist am Handy-Markt derzeit führend in den USA und in China und will diese Position im heurigen Jahr trotzt steigender Konkurrenz verteidigen. In den anderen Ländern, vor allem in Europa, hofft Motorola auf eine Stärkung der Position. Im Netzwerkbereich liegt Motorola derzeit deutlich abgeschlagen hinter dem Marktführer Ericsson. Ziel ist es hier, dahinter auf Platz Zwei vorzustoßen und diesen Platz zu untermauern.

Möglichkeiten

Chancen sieht Motorola dabei nicht nur in UMTS, sondern auch in der Vorstufe EDGE (Enhanced Data Rate for GSM Evolution). EDGE sei für alle interessant, die keine UMTS-Lizenz hätten oder vor technischen Hürden stünden und trotzdem UMTS-ähnliche Dienste anbieten wollen. Sony Ericsson plant den Verkaufsstart seines ersten Edge-Geräts, einer PC-Karte, im dritten Quartal. Motorola wird sein erstes EDGE-Handy im vierten Quartal in den USA auf den Markt bringen. In Europa soll das Gerät dann ab dem zweiten Quartal 2004 erhältlich sein. (APA)

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