Sony Ericsson erwartet 2003 Erholung am Handymarkt

18. Februar 2003, 09:52
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Durchschnittliche Verkaufspreise sollen heuer um 10 Prozent sinken - UMTS-Handy kommt zu gleichem Preis wie teuerstes GSM-Handy

Der Handy-Hersteller Sony Ericsson erwartet "nach zwei bis drei Jahren flacher Entwicklung" wieder ein Wachstum am Mobilfunkgerätemarkt. Insgesamt, so die Schätzung, die der geschäftsführende Vizepräsident von Sony Ericsson, Jan Wareby, am Montagabend vor Journalisten bestätigte, sollen heuer weltweit rund 435 Millionen Handys verkauft werden, um rund 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Prognose

Gleichzeitig rechnet das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen in diesem Jahr mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise um mehr als zehn Prozent. Sein neues UMTS-Handy, das Sony Ericsson im zweiten Quartal auf den Markt bringen will, soll in etwa so viel kosten, wie das derzeit teuerste GSM-Modell (P800) im Portfolio, sagte Wareby auf der weltgrößten Mobilfunkmesse in Cannes. In Österreich liegt der empfohlene ungestützte Verkaufspreis für das P800 bei 889 Euro.

Auf den Markt kommen soll das neue UMTS-Handy von Sony Ericsson im zweiten Halbjahr 2003. Allerdings: "Die neuen Geräte werden nicht am 1. Juli in den Regalen stehen", betonte Wareby. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit den Netzbetreibern und will die Geräte im Zuge der UMTS-Starts der Betreiber mit einführen.

Zielgruppe

Die dritte Mobilfunkgeneration soll nach Ansicht von Sony Ericsson vor allem drei Bereiche erschließen: Imaging (sprich Fotografieren und Bilder versenden via Handy), Unterhaltung (Spiele, Klingeltöne, Musik) und Connectivity (die Interaktion des Handys mit anderen Geräten, etwa dem PC). Die Angebote, meint Wareby, müssen aber bereits vor dem Start von UMTS verfügbar sein, damit sich die Kunden daran gewöhnen.

Für die Entwicklung von Business-Lösungen ist das Unternehmen nun eine Kooperation mit dem weltgrößten Computerkonzern IBM eingegangen. Außerdem hat Sony Ericsson eine Visual Basic-Plattform entwickelt, künftig können damit auch Microsoft Windows-Anwendungen auf den Handys abgespielt werden.

Symbian

Was das Betriebssystem der neuen Handys betrifft, setzt Sony Ericsson aber auf Symbian, eine Software, an der neben Sony Ericsson auch Nokia, Motorola, Siemens sowie seit kurzem auch Sendo und Samsung mitwirken. Um die Entwicklung von Symbian schneller voranzutreiben, haben Sony Ericsson und Nokia am Montag eine Entwickler-Plattform präsentiert, mit der Programmierer angelockt werden sollen.

Neuer Chairman von Sony Ericsson wird mit hoher Wahrscheinlichkeit übrigens Carl-Henrik Svanberg. Er soll in dieser Funktion dem bald 60-jährigen Kurt Hellström nachfolgen, nachdem er letzeren bereits Anfang des Monats an der Spitze des Ericsson-Konzerns abgelöst hatte. (APA)

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