Internet-Cafe auf dem Weg zum Mount Everest

18. Februar 2003, 09:28
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Netzanschluss für Bergsteiger in 5.300 Metern Höhe

Rund 50 Jahre nach der Erstbesteigung des Mount Everest soll dort am Basislager in 5.300 Metern das höchste Internet-Cafe der Welt entstehen. Kein einfaches Unterfangen bei eisigen Temperaturen, Stürmen, fehlender Strom- und Wasserversorgung. Feste Gebäude gibt es auch nicht. Aber der Sherpa Tsering Gyalzen ist zuversichtlich. "Das Internet-Cafe soll eine Mauer aus Stein und ein Zeltdach bekommen", hat er sich vorgenommen.

Saisonal

Betrieben werden soll das Internet-Cafe im Frühjahr und im Herbst, wenn zahllose Bergsteiger kommen, um den 8.884 Meter hohen Mount Everest und die Berge der Khumbu-Region zu besteigen. "Es kommen jedes Jahr 20.000 bis 50.000 Wanderer in diese Gegend", sagt Gyalzen. "Und die wollen vielleicht ihrer Familie und ihren Freunden ein kurzes E-Mail schreiben."

Problematisch ist das Projekt vor allem deshalb, weil das ganze Basislager auf einem Gletscher liegt, der sich jeden Tag ein paar Zentimeter bewegt. Eine Satelliten-Relais-Station soll deshalb etwas entfernt entstehen. Gyalzen will acht Notebooks installieren, die über Generatoren und Solarzellen betrieben werden.

Hürdenlauf

Leicht wird es nicht werden. Erst musste Gyalzen gegen die nepalesische Bürokratie kämpfen, um die Genehmigung für den Import der Geräte zu bekommen. Dann müssen diese nach Lukla geflogen werden, von wo sie mit Yaks ins Basislager getragen werden müssen, was etwa eine Woche dauert. Die Einnahmen sollen an eine Umweltstiftung fließen, die sich um die Reinhaltung der Everest-Region kümmert.

Seit der Erstbesteigung des Mount Everest am 29. Mai 1953 durch den Neuseeländer Edmund Hillary und den Sherpa Tenzing Norgay bezwangen mehr als 1.200 den höchsten Berg der Erde. Fast 200 Bergsteiger bezahlten diesen Versuch mit ihrem Leben. (APA)

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