Saudiarabien warnt USA vor Alleingang

18. Februar 2003, 09:40
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Außenminister warnt vor Destabilisierungsgefahr für die ganze Region - UN-Resolution gefordert

London - Saudiarabien hat die USA neuerlich vor einem Alleingang gegen den Irak gewarnt. Dies würde allgemein wie ein "Akt der Aggression" wirken, sagte Außenminister Prinz Saud al Faisal in einem BBC-Interview am Montagabend. Washington solle versuchen, einen Beschluss der Vereinten Nationen herbeizuführen. Dann wäre ein Militäreinsatz ganz offensichtlich kein aggressiver Akt, erklärte er. Nach Ansicht seiner Regierung könne ein Krieg gegen den Irak die gesamte Nahostregion destabilisieren. "Wenn ein Regimewechsel mit der Zerstörung des Irak einhergeht, dann lösen sie ein Problem und schaffen fünf neue", sagte der Prinz.

Von Saudiarabien aus waren während des Afghanistan-Kriegs 2001 und während des Golfkriegs 1991 die Angriffe der alliierten Truppen geführt worden. Der US-Kongress untersucht, ob Gelder der saudiarabischen Regierung an die Attentäter des 11. September 2001 geflossen sind. Von den 19 Flugzeugentführern waren 15 Staatsbürger Saudiarabiens. Die US-Regierung hat von dem Königreich mehr Einsatz im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gefordert. Besonders kritisiert wird die Ehefrau des saudiarabischen Botschafters in Washington, Prinzessin Haifa, eine Tochter des verstorbenen Königs Faisal und Schwester des Außenministers, die regelmäßig große Spenden an eine Frau gezahlt haben soll, welche davon die Hälfte an Attentäter vom 11. September weitergeleitet hatte.(APA/AP)

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