Opferbilanz: 125 Tote - über 140 Verletzte

19. Februar 2003, 16:16
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Vierhundert Fahrgäste in zwei U-Bahnen waren gefährdet - Eingeschlossene Opfer starben durch giftige Rauchgase

Daegu/Seoul - Nach jüngsten Angaben kamen mindestens 125 Menschen um Leben; viele verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Von den 145 Verletzten schwebten einige noch in Lebensgefahr. Experten begannen am Mittwoch mit der Identifizierung der Opfer. Bisher war erst die Identität von rund 40 der Toten geklärt. Mitarbeiter der Stadtverwaltung erklärten, es könne Wochen dauern, bis man mit Hilfe von DNA-Tests alle Opfer identifiziert habe.

Den Behörden lagen noch mehr als 300 Vermisstenmeldungen vor. Die Ermittler gingen jedoch von mehreren Doppelmeldungen und Verwechslungen und somit von einer geringeren Zahl der Vermissten aus. Die beiden ausgebrannten Züge wurden in eine Wartungshalle gebracht, wo sie gründlich untersucht werden sollten.

Die meisten Toten könnten nur durch eine DNA-Analyse identifiziert werden, weil sie bis zur Unkenntlichkeit verbrannt seien.

Staatliche Hilfe

Der südkoreanische Staatspräsident Kim Dae Jung erklärte die Unglücksstelle zur Sonder-Katastrophenzone. Eine entsprechende Weisung habe Kim nach einem Treffen mit Kabinettsministern am Mittwoch unterzeichnet, sagte eine Sprecherin des Präsidialamts in Seoul. Durch diesen Schritt haben die Opfer und ihre Angehörigen Anspruch auf finanzielle Hilfen und Steuererleichterungen. Die Stadt Daegu erhält zusätzlich staatliche Hilfe für die Aufräumarbeiten.

Verwirrter löste Brandkatastrophe aus

Nach Augenzeugenberichten löste ein 56-jähriger offenbar geistig verwirrter Mann am Dienstag die Brandkatastrophe aus. Er habe eine hochbrennbare Flüssigkeit in einen Waggon gespritzt und mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt. Fahrgäste versuchten vergeblich, ihn zu überwältigen. Die Flammen und meterhoher giftiger Qualm versperrten den meisten den Fluchtweg.

Atemproblemen und Verbrennungen

Einen Tag nach der Brandkatastrophe wurde die Bergung von Leichen in den ausgebrannten Waggonwracks fortgesetzt.

Viele der knapp Menschen, die bei dem Unglück Verletzungen erlitten hatten, wurden in Krankenhäusern wegen Atemproblemen und Verbrennungen behandelt. Die meisten der eingeschlossenen Opfer erstickten oder starben durch giftige Rauchgase. Der mutmaßliche Attentäter überlebte. (APA/dpa)

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