Diagnoseverfahren per Gen-Chip vorgestellt

17. Februar 2003, 19:26
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Mediziner erhoffen sich neue Behandlungsmethoden für Hirnkrankheiten, Diabetes und Tuberkulose

Denver - US-Wissenschafter erhoffen sich von einem neu entwickelten gentechnischen Diagnoseverfahren bahnbrechende neue Behandlungsmethoden für schwere Leiden wie Hirnkrankheiten, Diabetes und Tuberkulose. Auf einer Medizinerkonferenz der US-Wissenschaftsvereinigung AAAS in Denver stellten Forscher einen Gen-Chip vor, von dem sie sich Orientierung bei der Suche nach schadhaften Genen im undurchsichtigen Dickicht des aus Millionen von Informationen bestehenden menschlichen Erbguts erhoffen. Erste viel versprechende Erfolge liegen den Wissenschaftern zufolge vor.

Die Hoffnungen der Genärzte ruhen auf einem briefmarkengroßen Minilabor, einem Gen-Chip, dessen Glas- oder Siliciumoberfläche tausende Proben bekannter Genstrukturen enthalten kann. Wird die Zellprobe eines Patienten in das Minilabor gegeben, wird deren zunächst unbekannte Gensubstanz mit dem Gen-Informationen auf dem Chip abgeglichen; so können die Wissenschafter feststellen, welche Gene in der Probe aktiv sind, wie sie aktiv sind und ob sie möglicherweise schadhaft sind. Dies ist entscheidend für eine Diagnose und macht unter Umständen sogar eine vorbeugende Behandlung möglich.

"Bei Hirnkrankheiten ist immer die große Frage, warum der Patient an bestimmten Defiziten leidet. Wenn es uns gelingen sollte zu verstehen, welche Gene unnormal ausgeprägt sind, könnte dies einen Anhaltspunkt liefern für eine genetisch bedingte Krankheit und damit den Ansatz zu einer Therapie", sagte Professor Jonathan Pevsner. Spezialisten hätten mit Hilfe des Gen-Chips bereits bestimmte genetische Ausprägungen von Autismus und Trisomie 21 ("Down-Syndrom") entdeckt. Auch für die mögliche Bekämpfung der Spinalen Amytrophie, einer tödlich verlaufenden Schwundkrankheit der Rückenmuskulatur, gebe die Untersuchungsmethode wertvolle Hinweise, ebenso für Tuberkulose und Diabetes. (APA)

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